Dienstag, 3. Dezember 2019

[Kurzes Fazit] "Noah" von Sebastian Fitzek

Inhalt:
Er ist obdachlos und hat keine Ahnung, wer er ist oder woher er kommt. Er wird "Noah" genannt, weil dieser Name auf seiner Hand tattowiert ist. Durch Zufall sieht er in einer Zeitungsanzeige ein Gemälde und er weiß, dass er es kennt. Der Maler wird von der Redaktion gesucht und eine Million Dollar sind für sachdienliche Hinweise ausgeschrieben. Doch Noah will nur herausfinden, wer er ist und ruft dort an.
Parallel versucht der Billionär Zaphire wieder einmal durch harsche und zu wahre Worte, den Anwesenden einer Spendengala die Augen zu öffenen. Doch verreckende Menschen im Mittelmeer lassen dort niemanden zusammenzucken... Dann fällt ein Schuss.
Außerdem versucht eine junge Familie in Manila zu überleben. Gar nicht so einfach, wenn der Ehemann und Hauptverdiener gestorben ist. Der siebenjährige Sohn schuftet auf der gesundheitsschädlichen Müllkippe. Seine Mutter versucht verzweifelt, ihr kleines Baby am Leben zu halten... Doch aufgund der Nahrungsknappheit ist ihre Muttermilch versiegt.
Auf dem JFK-Flughafen befindet sich der Vater der Journalistin Celene, kurz bevor dieser aufgrund einer drohenden Pandemie abgeriegelt wird.

Mein Fazit:
Ich war SEHR gespannt auf das Buch. Habe mir vor dem Lesen weder den Klappentext, noch sonstige Inhaltsangaben durchgelesen. Meine einzige Voreingenommenheit war den Autor betreffend. ABER ich bin durchaus unvorweggenommen an das Buch herangegangen.

"Noah" ist kein klassischer Fitzek. Ja, es gibt auch einige Wendungen - aber vielmehr geht es um Verschörungstheorien, die erschreckenderweise allzu realistisch klingen. Um einen Mann ohne Erinnerung, der verzweifelt versucht, das Richtige zu tun. Um den Klimawandel, die Überbevölkerung und die Folgen. Um einen der Superreichen, der versucht, eben diese Realität zum Ausdruck zu bringen - und stetig scheitert. Um Auftragsmörder.

Einfach richtig gut! Das Thema ist aktuell wie noch nie und die Idee des Autors wirklich perfide, aber leider gar nicht so unrealistisch... 


Infos zum Buch:  
Verlag: Bastei Lübbe Taschenbuchverlag
Taschenbuch: 556 Seiten   
Genre: Thriller  
Erschienen: 18.12.2014
ISBN: 978-3-404-17878-0

Montag, 11. November 2019

[Reisebericht] Thailand - Bangkok #part 4



An unserem zweiten vollen Tag in Bangkok ging es etwas früher los. Kein Regen, sondern strahlender Sonnenschein erwartete uns. Allerdings bemerkten wir sehr schnell, dass uns das bewölkte Bangkok deutlich besser gefallen hat... Die Hitze war bereits vormittags fast unerträglich (spoiler-alert: es wurde nicht besser...)

Wir waren diesmal auch ordnungsgemäß gekleidet. Lange Hosen und die Schultern waren bedeckt. Damit kommt man dann zwar in die Tempel und den Palast, allerdings geht man dann noch viel mehr ein bei dem Klima...

Bereits am Tag zuvor war unser Ablauf nur ganz grob geplant; aber der Sonntag in Bangkok lief komplett ohne Plan ab. Nur den Palast und den Wat Pho wollten wir besuchen. Außerdem wollten wir eigentlich total gerne zu den Schwimmenden Märkten. Alles aber ganz locker - ohne feste Route.

So waren wir also auf dem Weg zum Palast. Dort sprach uns ein netter Thai an. Wir waren natürlich mehr als misstrauisch. Ich hatte ja bereits von der Touri-Falle berichtet, die offenbar einige Einheimische nutzen, um Leute in ihre Läden zu bekommen bzw. Dinge zu verkaufen. Er war aber wirklich nett. Zeigte uns auf einer Karte (die in Bangkok für Touristen tatächlich am Baum hing), wo die nächsten kostenlosen Tempel sind und erklärte uns, wie wir dort mit dem Bus für kleines Geld hinkommen. Immer noch überaus misstrauisch meinten wir noch zu ihm, dass wir ja gerne die Schwimmenden Märkte gesehen hätte; ob er vielleicht wüsste, was da die beste Möglichkeit wäre.
Er zeigte uns auf der Karte (was wir in der App gleich mal gecheckt und markiert haben), wo der Ableger eines dieser Longtailboote ist. Der Bus würde nicht ganz bis dahin fahren, aber das Tuktuk schon. Wir direkt panisch: Ähm, nein! Tuktuk fahren wir nicht! (wurde uns ja des Öfteren absolut abgeraten). Er also ganz beruhigend: Es gäbe solche und solche. Der hält ganz sicher nicht an irgendwelchen Läden etc.


Nun gut: Sind wir also doch Tuktuk in Bangkok gefahren. Etwas, das man wohl nicht tun sollte...
Wir haben es überlebt und es war sogar ziemlich cool! Ganz abgesehen natürlich von den vielen Abgasen, denen man im offenen Tuktuk komplett ausgesetzt ist. Ich verstehe mittlerweile die Chinesen mit ihren komischen Mundschutzdingern - hätte teilweise auch ganz gerne eines gehabt... Was da teilweise aus den Bussen / Booten / Autos in die Luft gepustet wurde und MAN SEHEN KONNTE! Gruselig! Wirklich gruselig!

So kam es dazu, dass wir fast alleine (ein Pärchen wurde später noch mit an Bord genommen) ein Longtailboat charterten und über den Chao Praya Fluss eine Tour in einen Khlong unternahmen. Auf dem Fluss im Fahrtwind konnte man die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit auch deutlich besser ertragen. Das war wirklich ein Ausflug, den wir nicht besser hätten timen können.
Der Bootsführer brachte uns zu einem kleinen Schwimmenden Markt, der von vielen Einheimischen besucht wurde. Touristen lagen dort auch an - hatten jedoch (wie wir auch) jeweils nur 1/2 Stunde Zeit vor Ort. Wirklich nicht besonders viel. Für uns reichte es gerade einmal für ein paar Fotos und leckere Pork-Spießchen.
Lustige Geschichte nebenbei: Wir kamen mit dem Pärchen, mit dem wir uns das Longtailboat geteilt hatten, ein wenig ins Gespräch. Sie fragten uns, woher wir kommen. Wir also: Germany - Hanover. Woraufhin die beiden etwas schmunzeln mussten. Ich also nachgefragt, was denn daran zu lustig ist. Ja, sie kämen auch aus Hanover - aber in New Hampshire, USA. Wie witzig ist das denn bitte?!
Weniger erfreulich war das Anlegen unseres Bootes an einem kleinen Pier nahe des Königspalastes sowie des Wat Pho (die wir eh sehen wollen). Das kostete nämlich eine (vorher nicht vereinbarte) Landing-fee von 30 Baht... Man ärgert sich ziemlich schnell über so was, obwohl das nicht mal ein Euro ist.

Für uns ging es nun weiter in Richtung Wat Pho (s. Bild oben). Der Einritt kostet 200 Baht. Ob sich das Ganze lohnt, kann ich echt nicht entscheiden. Fakt ist, dass uns so unfassbar warm war, dass wir die Atmosphäre des Ortes überhaupt nicht genießen konnten. Am liebsten wären wir für immer im Schatten sitzen geblieben... Bangkok im Sonnenschein ist zwar optisch schön, aber kein schöner Ort für Menschen (zumindest nicht für uns). Wir liefen dort noch ein wenig rum. Die Anlage ist wirklich gigantisch und ich kann mir gut vorstellen, dass man dort einen halben Tag einfach nur rumlaufen kann und immer wieder etwas Neues entdeckt. Uns verging aber gehörig die Lust. Es gibt dort Trinkwasser umsonst - leider schmeckte das sehr ekelig (konnte ich nicht trinken). Mein Wasser war leer. So verließen wir den Wat Pho und liefen an der Außenmauer Richtung Palast. Eine Straßenhändlerin rettete mir buchstäblich mit einer KÖSTLICHEN Dose Schweppes Lemon (WERBUNG) das Leben! 

Nein, wir haben den Königspalast nicht mehr besucht. Wie wir im Nachhinein erfahren haben, war dies wohl eine gute Entscheidung. Absolut überlaufen von Touristen soll es einfach kein besonders schönes Ausflugsziel sein. Stattdessen liefen wir in der Hitze in Richtung unseres Hotels. Langsam hatten wir Hunger. In der Khao San Road ließen wir uns in einem Restaurant wieder (und trafen witzigerweise auf das Pärchen aus dem Longtailboaut - Bangkok ist manchmal auch ein Dorf). Mein Curry war perfekt - nicht zu scharf. 


Es ging uns dann ein wenig besser, aber der Tag war echt gelaufen. Eigentlich wollten wir noch den Pool im Hotel nutzen, doch erst einmal im klimatisierten Hotelzimmer war der Gedanke schnell verworfen.




Stattdessen sind wir abends noch auf unserer Straße umhergelaufen und haben uns in eine Cocktailbar gesetzt. Dort kamen wir mit zwei Deutschen am Nachbartisch ins Gespräch. War wirklich noch ein sehr schöner (vorerst letzter) Abend in Bangkok.

Dienstag, 5. November 2019

[Buchzitat]

"Linda hatte viele Narben. Die meisten von ihnen waren größer als die auf der Stirn und schlechter verheilt, denn sie lagen an Stellen, an die keine Wundsalbe und kein Chirurg jemals herankommen würde: tief unten, verborgen im Seelengewebe ihrer Psyche."

"Abgeschnitten"
von Sebastian Fitzek und Michael Tsokos
Seite 20/393

Sonntag, 3. November 2019

[Lesemonat] Mein Oktober 2019

Ich hatte so viel vor... Und dann habe ich "Fear the Walking Dead" wieder angefangen. Seitdem bin ich wieder gefangen im Serienstrudel... Immerhin 3 Bücher habe ich im Oktober ausgelesen, zwei davon waren sogar ziemlich großartig.


"Watch me" von James Carol  =  379 Seiten  (*****)
"Glücksspieler" von Amelie Fried  =  383 Seiten  (***)
"Noah" von Sebastian Fitzek  =  556 Seiten  (*****)

3 Bücher  =  1.318 Seiten

Zu "Watch me", dem zweiten Teil der Jefferson-Winter-Reihe des Autors, und "Glücksspieler habe ich tatsächlich bereits eigene Blogposts veröffentlicht. Diese sind jeweils im Titel oben verinkt.

"Noah" hat mir richtig gut gefallen. Ich fand die Stoy wahnsinnig spannend und überaus erschreckend, aber (und das war das wahrhaft furchteinflößende daran) gar nicht so unrealistisch... Echt ein ziemlich krasses Buch, das aktuell wie noch nie in die Klimadiskussion reinpasst. Ja, es ist ein Unterhaltungsroman, aber es steckt auch sehr viel Wahrheit in diesem Thriller!

Alles in allem eigentlich ein ganz guter Lesemonat. Aber ich denke, dass die 50-Bücher-Marke im Jahr 2019 wohl nicht mehr von mir geknackt werden wird... Immerhin habe ich von den HIER ausgeliehenen 6 Büchern bereits 3 gelesen.

Montag, 28. Oktober 2019

[Rezension] "Watch me" von James Carol

 ACHTUNG:
2. Teil einer Reihe

Inhalt:
Profiler Jefferson Winter muss sich mal wieder entscheiden... Fliegt er nach Hawaii, um einen Prostituierten-Serienmörder zu fassen, oder ins schwül-heiße Louisiana. Er entscheidet sich für letzteres - der Grund ist ein Countdown.
Sam Galloway, ein Rechtsanwalt in der Kleinstadt Eagle Creek wird vor laufender Kamera bei lebendigem Leibe angezündet. Er verbrennt qualvoll. Auf der Website erscheint unmittelbar nach dem Mord eine Anzeige, die immer weiter herunterzählt. Als Winter in den Fall involviert wird, hat er noch etwa 13 Stunden Zeit, den Fall aufzuklären. Sonst wird erneut jemand sterben...

Cover/Aufmachung:
Der Verlag hat wieder hervorragende Arbeit geleistet. Mich hat dieses Cover sofort angesprochen. Düster und passend zum Inhalt.

Erste Sätze:
"Sam Galloway starb einen langsamen, qualvollen Tod, einen Tod, der überhaupt nicht zu seinem Leben passte. Eigentlich hätte er ganz anders sterben müssen. Menschen wie er schliefen friedlich ein oder wurden auf der zweiten Hälfte eines 18 Loch-Golfplatzes von einem Herzinfarkt niedergestreckt."

Meine Meinung:
Nur ein kurzer Hinweis: Ja, es handelt sich um den zweiten Teil einer Reihe. ABER man muss den ersten Band nicht zwingend vor diesem hier lesen. Ich bin da etwas anders gestrickt. Da muss die korrekte Reihenfolge schon monk-mäßig eingehalten werden.
Es erfolgt gleich zu Beginn eine kurze Zusammenfassung dessen, was wir in Teil 1 erfahren haben - aber nicht so, dass es für die Kenner des Buches nervig ist. 

Eigentlich wollte Winter einen Fall annehmen, um den Mörder von Prostituierten zu fassen. Doch der Mord an Sam Galloway erschlich sich kurz vor seinem Aufbruch auf Platz 1 der Prioritätenliste. Tatsächlich ist Winter ein sehr erfolgreicher und daher hochgefragter Profiler. Eine Charakterentwicklung sah ich bei ihm zu Band eins nicht - aber das muss ganz so bald auch nicht sein. Trotz seiner Arroganz, die leider auch gerechtfertigt ist, fand ich Winter sympathisch - nach wie vor.

Mittwoch, 23. Oktober 2019

[Kurzes Fazit] "Amokspiel" von Sebastian Fitzek

Inhalt:
Geiseldrama in einem Radiosender. Und Kriminalpsychologin Ira Samin wird als Unterhändlerin angefordert. Eigentlich ist sie beurlaubt - und eigentlich plant sie gerade ihren Selbstmord... Doch das muss sie nun erst einmal verschieben. 
Der Unbekannte spielt das vom Radiosender aktuell laufende Spiel "Cash Call", in dem man sich mit einer bestimmten Parole am Telefon melden muss. Doch er hat die Regeln geändert. Sagt der Angerufene nicht "Ich höre 101 Punkt 5 und bitte lass eine Geisel frei" wird eine der Geiseln umgebracht... Doch was will der Mann?

Fazit:
Erst einmal vorweg: Ich habe bereits vor dem Lesen die Sat1 Verfilmung des Buches gelesen, das aber irgendwie wieder verdrängt. Als ich das Buch angefangen habe, fiel mir das wieder ein... Die Erinnerungen an die Handlungen des Films kamen nur nach und nach wieder - aber es wurde auch ziemlich viel geändert! UND: Das Buch war sehr viel besser als die Verfilmung.

Der Geiselnehmer Jan will eigentlich nur eines: Seine schwangere Verlobte wiederbekommen. Die soll angeblich bei einem Autounfall vor einigen Monaten ums Leben bekommen sein. Doch Jan glaubt an eine Verschwörung.
Derweil hat die Unterhändlerin ganz andere Probleme. Neben ihrem geplatzen Selbstmord ist sie außerdem alkoholabhängig und der letzte Drink schon ziemlich lange her...

Viel hin und her. Einige Wendungen. Und eine ziemlich fiese Auflösung. So kenne ich die Bücher von Sebastian Fitzek - und so mag ich sie auch.



Infos zum Buch:  
Verlag: Knaur Taschenbuchverlag
Taschenbuch: 425 Seiten   
Genre: Thriller  
Erschienen: 01.04.2007
ISBN: 978-3-426-63718-0

Samstag, 19. Oktober 2019

[Rezension] "Broken Dolls - Er tötet ihre Seelen" von James Carol

Inhalt:
Jefferson Winter ist ein brillianter Profiler, der lange für das FBI tätig war. Nun ist er jedoch selbständig und kann sich die Fälle aussuchen - hauptsächlich Serienmorde.
Bei seinem aktuellen Fall in London handelt es sich aber nicht wirklich um Morde, denn die Opfer leben noch... Allerdings wurden bei den Frauen bevor sie freigelassen wurden eine Lobotomie durchgeführt. Ihre Gedanken wurden somit für immer ausgelöscht. Winter ermittelt gemeinsam mit der örtlichen Polizei und setzt alles daran, das erst kürzlich entführte Opfer noch zu retten.

Erste Sätze:
"Als ich meinen Vater das letzte Mal lebend sah, lag er angeschnallt auf einer gepolsterten Gefängnisliege, die Arme seitlich ausgestreckt, als sollte er gekreuzigt werdden. Die Berufungsmöglichkeiten waren ausgeschöpft, eine Aussetzung der Hinrichtung in letzter Minute war nicht zu erwarten."


Cover/Aufmachung:
Das Coverbild ist sehr passend. Man sieht das chrirurgische Instrument, mit dem Lobotomien durchgeführt wurden. Auch der Titel passt.

Meine Meinung:
Gleich von Anfang an ist der Leser gebannt. Der Roman beginnt mit eine Prolog. Ein Serienmörder wird hingerichtet. Es ist niemand geringerer als Jefferson Winters Vater. Sein eigen Fleisch und Blut hat über mehrere Jahre hinweg unzählige Frauen entführt, gejagt und ermordet. Dann ließ er ihre Leichen im Wald verwesen. Und weder der heutige Profiler (damals noch ein Kind), noch seine Mutter haben etwas davon geahnt. Bis er geschnappt wurde. Die letzten Worte seines Vaters - nur mit den Lippen gezeigt, nicht ausgesprochen - verfolgen Winter seitdem "Du bist wie ich".

Damit begann seine eigenwillige "Karriere" als Profiler-auf-Abruf. Er kündigt beim FBI und macht sich selbständig. Nur so hat er alle Freiheiten, die er braucht - doch ist das wirklich der einzige Grund?
Ich-Erzähler Jefferson Winter ist sympathisch, aber auch ein gewaltiger Klugscheißer. Tatsächlich kommt er nicht nur neunmalklug rüber - er ist es auch! Die Tatsache, dass der Ermittler nicht an Regeln gebunden ist, nutzt er schon ein ums andere Mal aus. Insbesondere Einbruch kann er ziemlich gut. Ihm ist es wichtig, den Fall zu lösen. Dann geht es weiter zum nächsten Fall. Persönliche Bindungen sind nicht sein Ding, aber er kann sehr gut mit anderen zusammenarbeiten.

Freitag, 11. Oktober 2019

[Kurzes Fazit] "Glücksspieler" von Amelie Fried

Inhalt:
Kim ist unglücklich, weil sie so arm ist. Sie jobbt in einem Flughafencafé und bestätigt sich auch als Gelegenheitsprostituierte. So begegnet sie Gregor - dem Ehemann einer reichen Frau, die er eigentlich nicht wirklich liebt. Aber er liebt die Annehmlichkeiten, die schönen Dinge und das Prestige. 
Kims Schwester Mona hat keine Geldsorgen, doch glücklich ist sie in ihrer Ehe mit Manfred auch nicht. Seit ihr Sohn Tommy auf dem Internat ist, findet sie nur noch beim Shopping Ruhe. 

Mein Fazit:
Dieses Buch ist so unfassbar merkwürdig. Eigentlich hat es keinen richtigen roten Faden.Vielmehr wird das leben der Protagonisten durchleuchtet, die wirklich alle unfassbar unsympathisch sind! Es ist ein wilde Potporre an Gefühlen in diesem Buch.

Kim habe ich fast schon gehasst - die Frau ist wirklich unglaublich! Aus welchem Grund auch immer ist sie der Meinung, dass ihr so viel mehr im Leben zustehen würde. Aber dafür arbeiten oder wiklich aktiv etwas tun, ist nicht so ihr Ding. Von versuchter Erpressung ganz abgesehen... Das ist natürlich ihr erster Gedanke als sie herausfindet, dass ihr One-Night-Stand (der ihr bereits 1.000,-DM eingebracht hat), ein reicher Typ mit Ehefrau ist. So eine Person ist das.

Gregor findet sich selbst ziemlich großartig, ist aber eigentlich nur ein mieser Schmarotzer, der auf Kosten seiner Frau richtig ordentlich Geld verplempert. Er liebt Sex und den bekommt er von seiner biederen Frau schon lange nicht mehr. So landet er letztlich bei Kim im Bette (aber auch später noch bei Mona - und zwischendurch noch bei mindestens einer Prostituierten). Kurzzeitig dachte ich, er würde wirklich was für Mona empfinden. Aber nein, er wollte nur "ihre Leidenschaft" wecken. Ätzender Typ.

Mona ist ein ziemlich armes Würstchen, das nicht mal das Maul aufmachen kann, wenn sie irgendwas stört. Wenn du von deinem Mann mehr Aufmerksamkeit möchtest, dann sprich ihn doch vielleicht mal drauf an. Wenn dein Leben dich so anödet, dann versuch doch vielleicht mal, was zu ändern. Zumindest das hat sie zum Ende noch hinbekommen - eigentlich die beste Charakterentwicklung im ganzen Buch (man muss auch mal egoistisch sein - wenn man das nicht auf Kosten anderer macht, so wie Kim).

Einge Nebencharaktere bekamen auch ein bisschen Storyline. Zum Beispiel Gregors Frau Helen, die ihre Homosexualität entdeckt, aber prompt wieder ein wenig ausgenutzt wird. Und Berger, den Nachbarn von Kim, den sie seit jeher als Kinderfrau ausnutzt. Arthur ist Kims Ex und ebenfalls ein ziemliches Arschloch - eigentlich passten er und Kim charakterlich echt ganz gut zusammen... 

Einfach ein RICHTIG merkwürdiges Buch, das mir eigentlich überhaupt nicht gefallen hat. Keine Ahnung wieso, aber es hatte eine gewaltige Sogwirkung. Wollte unfassbarerweise die ganze Zeit weiterlesen... Vielleicht ist das, wie dieser "Unfall-Effekt" - wenn man einfach nicht wegsehen kann. Weniger als 3 Würmer wäre daher unfair. Unterhalten hat mich dieses abstruse Buch immerhin.


Infos zum Buch:

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag GmbH
Taschenbuch: 383 Seiten
Genre: Belletristik
Erschienen: 10/2003 (Copyright 2001)
ISBN:3-453-87507-9

Zum Verlag: KLICK

Mittwoch, 9. Oktober 2019

[Lesemonat] Mein September 2019

Schwupps, ist auch der September wieder Vergangenheit. Auch dieser Monat war geprägt von Leseunlust meinerseits. Ich hoffe, dass das mit schlechterem Wetter jetzt besser wird. Vielleicht lag es auch an meiner Lektüre... Habe zwei Sachbücher angefangen, die ich nicht so einfach weglesen kann. Zum einen "111 Gründe, um die Welt zu reisen" (von dem Buch hatte ich HIER bereits kurz erzählt) und zum anderen "Herr Sonneborn geht nach Brüssel". Beide sind wirklich großartig! Aber ich habe sie bislang nicht beendet...

Stattdessen griff ich mal wieder zu zwei Thrillern, die mir vor Kurzem erst ausgeliehen wurden. Habe da ein wenig Druck, weil ich die recht bald zurückgeben möchte. Die beiden habe ich auch tatsächlich beendet. Meine Lesechronik September sieht daher wie folgt aus:

"Amokspiel" von Sebastian Fitzek  =  425 Seiten  (*****)
"Broken Dolls" von James Carol  =  382 Seiten  (*****)

2 Bücher  =  807 Seiten

Außerdem las ich in Vorbereitung für die nächste Reise ein wenig im MarcoPolo Reiseführer "Kuba". Ein Land, das deutlich größer ist, als ich dachte... Weiß gar nicht, wie wir in kürzester Zeit möglichst viel sehen wollen... Wart ihr schon auf Kuba? Bin SEHR gespannt auf Tipps jedweder Art.

Noch einmal kurz zurück zu den Thrillern.

Herr Fitzek kann mich eigentlich immer überzeugen. Hier hatte ich zuerst die Sat1 Verfilmung gesehen, die ich okay fand (für nen deutschen Film, der auch noch von Sat1 produziert wurde zumindest). Das Buch war 100 Mal besser! Hat noch mehr Wendungen und war außerdem auch spannender und emotionaler. Lest das Buch ;)

Von James Carol hatte ich bislang noch nichts gelesen. "Broken Dolls" ist der Auftakt einer Thriller-Reihe um den Profiler Jefferson Winter, der dem FBI den Rücken gekehrt hat und nun auf Honorarbasis und Abruf Serienkiller jagt. Das tut er sehr erfolgreich. Mir gefiel der Schreibstil sehr - bleibe an der Reihe dran (gut, dass mir Teil 2 ebenfalls mit ausgeliehen wurde).

Dienstag, 24. September 2019

[Rezension] "Seelenfeuer" von Barbara Wood

Inhalt:
Als Selene geboren wird ist ihrer späteren Ziehmutter Mera bereits klar, dass sie etwas besonderes ist... Doch das Geheimnis ihrer Herkunft bleibt ihr lange Zeit verborgen. Mera bildet das Mädchen zur Heilerin aus und Selene entwickelt den unbändigen Wunsch, irgendwann einen Ort für die Genesung errichten zu können. Viele Schicksalsschläge zwingen sie zu sehr weiten Reisen, auf denen sie viel mehr über Medizin lernt, als sie es je vermutet hätte.

Cover / Aufmachung:
Gefällt mir gar nicht - genau wie der Buchtitel, der zwar Sinn macht (Selene beschwört gedanklich eine Seelenflamme bei der Heilung, die ihre Patienten beruhigt), aber hätte mich jetzt nicht zum Lesen verleitet.  

Erste Sätze:
"Viele Omen hatten den Tag gekennzeichnet, darum wusste die Heilerin, schon ehe sie das späte, dringliche Klopfen an ihrer Tür hörte, dass diese Nacht ihr Leben für immer verändern würde."

Meine Meinung:
Mir gefiel das Buch wirklich wahnsinnig gut! Die Geschichte ist einfach so besonders und ließ mich auch nach dem Auslesen nicht mehr ganz los. 

Es handelt sich tatsächlich um einen historischen Roman aus einer so weit entfernten Zeit, die man sich fast schon nicht mehr vorstellen kann. Zu Beginn der Geschichte spielt die Handlung in Syrien, später auch in Indien, im Irak, Israel, Ägypten und Rom. Eine genaue Jahreszeit wird nicht genannt, aufgrund der geschichtlichen Fakten schätze ich sie aber um die Zeit von Christi Geburt (also das Jahr 0 unserer Zeitrechnung). So unfassbar lange her, doch gerade im Orient und Ägypten waren die Menschen damals unglaublich weit entwickelt, so dass die medizinische Behandlung anders als im Mittelalter durchaus gut war! Es gab sogar Chirurgen, wenn man Frau Wood glauben kann. Mir kam das alles jedenfall sehr gut recherchiert vor und hat mich beeindruckt.

Dienstag, 17. September 2019

[Neuzugänge] Spontane Ausleihaktion

Ich war am Wochenende bei meiner Freundin in Krefeld. Als sie mir mitteilte, dass ihr Mann derzeit so einige Bücher ausmistet und verkauft bzw. an die Bücherei verschenkt, ist es geschehen: Nur vorher einmal kurz gucken, ob ich davon noch etwas lesen möchte...

Das Ergebnis sind 6 neue Bücher auf meinem SuB, der mittlerweile ins Unermessliche gestiegen ist. Nun werde ich aber diese auf jeden Fall vorziehen. Im Dezember bin ich wieder dort und dann möchte ich (wenn möglich) alle zurückgeben. 

Habe auch direkt den Anfang gemacht und mit "Amokspiel" angefangen. Das ist wirklich sehr spannend, obwohl ich die Verfilmung gesehen habe (kann mich auch nicht mehr so genau an die Auflösung erinnern - das kommt mir wohl zu Gute).

Kennt ihr eines oder mehrere der Bücher?
Wenn ja, wie haben sie euch gefallen?

Es folgen nochmal die Links zu Amazon - dort könnt ihr die Inhaltsangaben nachlesen, wenn ihr mögt:






Dienstag, 10. September 2019

[Ich lese gerade...]111 Gründe, um die Welt zu reisen" von Marianna Hillmer

Ständig habe ich das Bedürfnis, Markierungen anzubringen... Schlimm...

Seit einiger Zeit hat mich die Reiselust gepackt - so richtig! Ich würde am Liebsten die ganze Welt sehen. Dieses Jahr habe ich bereits 3 neue Länder besucht, eines davon auf einem bisher (für mich) unbekannten Kontinent.

Also eigentlich brauche ich definitiv keine Gründe, um die Welt zu reisen. ABER ich nutze das Buch als Inspiration für neue Reiseziele. Und das ist ziemlich erfolgreich bislang - bin noch nicht sehr weit, muss aber UNBEDINGT mal nach Barcelona. Dort war ich zwar schon, aber ich glaube mit ca. 5 Jahren. Kann mich also nicht wirklich daran erinnern.

Besonders schön fand ich das Kapitel, in dem es ums Essen ging! In Italien hatte ich auch oft das Gefühl, eigentlich nur wegen der köstlichen Speisen da zu sein. Wobei ich es immer schön finde, auch das Essen der Einheimischen zu probieren - so aß ich auf Malta z.B. Hase in Knoblauchsauce (sehr lecker!) und in Thailand Pad Thai aus den Garküchen (ebenfalls köstlich und SEHR günstig). 

Wo ich aber definitiv immer nein sagen würde, sind Muscheln. Das sieht schon glibberig und ekelig aus. Außerdem bin ich kein Fan von Meeresfrüchten oder fischig schmeckenden Fischen. Klingt komisch - aber vielleicht wisst ihr ja, was ich meine...

Das Buch gefällt mir jedenfalls bislang schon richtig gut! Habt ihr es gelesen? Wenn ja, welche Reisetipps haben euch am besten gefallen?

Mittwoch, 4. September 2019

[Lesemonat] Mein August 2019

Schon ist der (vermutlich) wärmste Monat des Jahres Vergangenheit und so langsam sollten wir mal an die Weihnachtsgeschenke denken... Habe gehört, es steht schon der Spekulatius im Supermarkt-Regal ;)

Mein August war lesetechnisch wieder ziemlich erfolgreich - sowohl was Quantität, als auch Qualität angeht. 
Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich (mal wieder) im Urlaub war. Auf Malta hatte ich deutlich mehr Leselust als noch in Rom. Aber auch dort haben wir einiges erkundet, hatten aber auch ordentlich Pool- bzw. Strandzeit.

Diese Bücher habe ich im August 2019 gelesen:

"Seelenfeuer" von Barbara Wood  =382 Seiten  (*****)
"Virus - Die neue Welt" von Tessa Tormento  =  450 Seiten  (*****)
"Virus - Eine neue Hoffnung" 1-3 von Tessa Tormento  =  280 Seiten
"Des Nebels Kinder" von Cheryl Kaye Tardif  =  366 Seiten  (*****)
"Ödland 5 - Das Labyrinth" von Christoph Zachariae  =  460 Seiten  (*****)

5 Bücher (bzw. Teile eines Buchs)  =  1.938

Der Monat begann mit einem ganz besonderen Buch, das mich seit dem Lesen auch nicht mehr ganz losgelassen hat. Die Rede ist von "Seelenfeuer"; mein erster Roman der sehr bekannten Autorin Barbara Wood. Mir hat dieses Buch wirklich wahnsinnig gut gefallen. Ein historischer Roman aus einer so weit entfernten Zeit, die man sich fast schon nicht mehr vorstellen möchte. Die Zeit der Römer - und somit gedanklich für mich immer verbunden mit meinem Rom-Aufenthalt im Juni.

Dann ging es auch schon in den Flieger nach Malta - also Kindle-Zeit! Die "Virus"-Reihe von Tessa Tormento fasst 5 Bände, die man einzeln auf amazon erwerben kann. Ich hatte mir tatsächlich vor dem Urlaub erst einen Teil heruntergeladen, war dann aber überzeugt, sehr wahrscheinlich mehr Teile zu brauchen. Zum Glück - denn die Reihe war innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Es handelt sich bei Tessa Tormento um ein Pseudonym einer bekannteren Romance-Autorin. Deren Bücher habe ich nie gelesen, doch die Virus-Reihe fand ich richtig gut.
Daher musste ich direkt die Folgebände "Eine neue Hoffnung" noch im Urlaub herunterladen. LEIDER scheint es sich hierbei auch um einen (vermutlich) 5-Teiler zu handeln, verfügbar sind bis dato aber nur 3 Teile. Es endet also sehr abrupt - fand ich sehr uncool... Habe die Autorin mal angemailt. Bislang aber noch keine Rückmeldung bekommen.

Dann musste ich erst einmal von den Dystopien/Endzeit-Romanen weg. Ein Thriller kam dann genau richtig. 
"Des Nebels Kinder" driftet allerdings ziemlich oft ganz schön ins Mystery-Genre ab. Darf man nicht allzu abgeneigt sein. Ich verstehe daher einige negative Rezis ganz gut. Mir gefiel das hingegen sehr gut (passionierter Fan der 90er-Sendung "X-Factor - das Unfassbare"). Fand die Story unglaublich spannend!

Hiernach ging es dann aber doch noch einmal zurück ins Genre Endzeit - mit dem Abschluss der grausamen, furchtbaren, kompromisslosen, wunderbaren, schrecklichen Ödland-Reihe. Was für eine Geschichte! Wirklich! Und das Schlimme ist wohl eigentlich, dass es genau so wirklich irgendwann einmal sein könnte... Der Mensch ist das größte Monster. ABER es gibt auch gute Seiten. Gut versteckt. Die Reihe lohnt sich wirklich für jeden, der Endzeitgeschichten mag. Der Autor hat wahnsinnig gut recherchiert und eine in sich sehr stimmige Welt geschaffen, die bis zum Ende immer nur weitere Schrecken aufbaut. 

Fazit:
Mein Lesemonat August war RICHTIG gut. Wie lief es bei euch? Auch nur Bücher gelesen, die euch gefallen haben?

Sonntag, 25. August 2019

[Neuerscheinung] "Crainstorm Island" von Marie Golien

Ja, zugegeben. Das Buch ist nicht druckfrisch - ich komme einfach mit den ganzen Verlags-Newslettern nicht so richtig hinterher. Außerdem ist da immer eine riesige Angst - was ist, wenn ich was ganz tolles finde und dann haben MUSS? 


Genau das ist nun geschehen... Danke, lieber dtv-Verlag... 

Für mich klingt "Crainstorm Island" soooo spannend und großartig, dass ich das wirklich demnächst lesen muss... 

Nun aber der Inhalt laut Klappentext:

Eine atemlose Flucht durch eine Megacity. Und Millionen schauen zu.
»Meine Zuschauer lieben die Gefahr. Zumindest, wenn ich sie erlebe und sie durch meine Augen dabei zuschauen dürfen.«
Emilios Welt ist geteilt. Auf der einen Seite das reiche Asaria. Auf der anderen Seite Cainstorm Island, überbevölkert, arm und von Gewalt zerfressen. Dort kämpft der 17-Jährige, umgeben von brutalen Gangs, gegen die Schulden seiner Familie. Eines Tages spricht ihn ein Mitarbeiter von Eyevision an und bietet Emilio einen Deal. Emilio willigt ein, sich einen Chip in den Kopf implantieren zu lassen. Dieser Chip ist an seinen Sehnerv angeschlossen und überträgt jeden Tag eine halbe Stunde lang, was Emilio sieht. Seine Videos, waghalsige Kletter- und Trainsurf-Aktionen, kommen an, die Zuschauerzahlen steigen langsam. Bis sein Leben eine unvorhergesehene Wendung nimmt: Emilio gerät in das Gebiet einer Gang und tötet einen der Anführer in Notwehr. Live und auf Sendung. Das Video verbreitet sich rasend schnell und Emilio wird zum Gejagten. Und zwar nicht nur von der Gang, sondern auch von Eyevision, die sehr eigene Pläne mit Emilio haben.

Findet ihr auch, dass das nach einer unfassbar coolen und spannenden Story klingt?

Montag, 12. August 2019

[Rezension] "Der Duft von Sommerregen" von Tania Schlie

 Zunächst möchte ich mich beim 
für das kostenlose Leseexemplar bedanken!

Inhalt:
Lena liebt ihren Job! Sie verwaltet wunderbare Literatur und Briefe für ihren Arbeitgeber, einen älteren Sammler. So langsam neigt sich dessen Leben dem Ende zu. Die geliebte Ehefrau hatte er vor langer Zeit verloren und keine Nachkommen. Also organisiert Lena für ihn eine Gala zur Auflösung / Veräußerung der Sammlung.
Auch privat ist Lena glücklich. Alleinstehend und kinderlos wie sie ist, können das nur wenige verstehen - doch sie liebt ihr Leben und ihre Stadt Hamburg. Bis sie zufällig auf einer Hochzeit dem jüngeren Jonas begegnet und lange vergessene Gefühle sich äußern.

Erste Sätze:
"Zwischen den Prospekten und der REchnung der Telekom leuchtete ein zartrosa Briefumschlag mit einem geprägten Herz auf der Vorderseite. Lena wog ihn in der Hand. Es war elegantes, dickes Papier mit Struktur. Bestimmt nicht billig, dachte sie. Mit Papierqualitäten kannte sie sich aus."

Cover/Aufmachung:
Da die Handlung in Hamburg spielt und diese Stadt auch so oft Erwähnung findet, hätte ich ein entsprechendes Coverbild passender gefunden. Es ist nicht schlecht, passt nur irgendwie nicht so gut.

Meine Meinung:
Am meisten gefallen hat mir an diesem Roman, dass er so bodenständig und realitätisnah war. Die Handlung könnte genau so in Hamburg stattgefunden haben. Ich lese ja sonst eher Thriller, wo man eigentlich wünscht, das wäre nicht real. Oder auch Dystopien / Endzeitgeschichten, auch da ist es doch eher gut, dass es sich um reine Fiktion handelt... Daher war dieser Roman mal eine ganz gute Abwechslung in meinen Lesealltag.

Den Schreibstil der Autorin empfand ich als wunderbar leicht. Man erfährt viel über das Leben der Hauptprotagonistin. Sie ist Anfang 40, Single, kinderlos und hat einen Job, der mir persönlich wirklich zu langweilig wäre, sie selbst aber ganz großartig findet. Besonders gefallen hat mir, dass sie so zufrieden mit ihrem Leben war. Tatsächlich habe ich noch nie ein Buch gelesen, wo die Protagonistin ganz froh war, keine Mutter zu sein. Ich selbst (single und kinderlos) finde das auch überhaupt nicht schlimm, aber unsere Gesellschaft setzt irgendwie immer voraus, dass Frauen Ehefrauen und Mütter sein WOLLEN. Ob das nun den Tatsachen entspricht, oder nicht. Mit dieser "Norm" hat Frau Schlie gebrochen, was mir überaus gut gefallen hat.

Montag, 5. August 2019

[Lesemonat] Mein Juli 2019

Kein Urlaub im Juli und auch leider weniger Leselust, als erhofft. So richtig ins Freibad oder den elterlichen Garten habe ich es irgendwie nicht wirklich geschafft. Oder das Wetter hat genau dann mal wieder versagt, wenn man denn Zeit hätte und nicht im Büro festhängt.

Also kam es wie es kommen musste: Gerade einmal 3 Bücher im Juli. ABER darunter mein (bisheriges) Lesehighlight. Ein Spontankauf aufgrund einer Leseprobe. Doch hier nun meine Juli-Bücher:

"Love to share" von Beth O´Leary  =  478 Seiten  (*****!)
"Mami braucht nen Drink" von Gill Sims  =  346 Seiten  (*****)
"Mörderische Angst" von Linda Castillo  =  346 Seiten  (****)

3 Bücher  =  1.170 Seiten

Wie bereits erwähnt, ist mein bisheriges Jahres-Hightlight eines der obigen Bücher. "Love to Share" hat mich einfach von Anfang an in seinen Bann gezogen. Ein wirklich großartiger Roman. Witzig, traurig, spannend - das Buch hat einfach alles! Eigentlich ist das gar nicht so wirklich mein Genre, aber schon die Leseprobe hat mir so gut gefallen, dass ich mir das Buch ganz spontan gekauft habe (und umgehend verschlungen). Aus gutem Grund ist dieser Roman auf den Bestsellerlisten gelandet!

"Mami braucht nen Drink" hatte ich mir von meiner Mutter ausgeliehen. Nachdem mir "Love to share" so unfassbar gut gefallen hat, wollte ich mit einer weiteren humorvollen Geschichte weitermachen. Und das war dieses Buch wirklich! Geschrieben in Tagebuchform erzählt Ellen von ihrem verrückten Leben als Mutter. Gerade erst ist sie 39 geworden und fragt sich, wo die Zeit geblieben ist. Bald wird sie 40 Jahre alt! Sie versucht alles, um wie die perfekten Obermütter zu werden, die sie an der Schule ihrer Kinder immer so abschätzig mustern - doch irgendwas geht einfach immer schief... Sie hat immer einen guten Grund, sich ein Weinchen zu öffnen. Mich hat das Buch wirklich gut unterhalten - musste manchmal echt laut lachen!

Dann wollte ich doch ein wenig Mord und Totschlag ;) Die Kate-Burkholder-Reihe von Linda Castillo hat mich bislang einfach nicht enttäuscht. Hier gab es nur nicht die volle Punktzahl, weil mich die ständige Wiederholungen (wer ist wer) wirklich langsam auf den Geist gehen... Meine Rezi ist im Titel oben verlinkt.

Wie war euer Lesemonat Juli?

Donnerstag, 1. August 2019

[Rezension] "Mörderische Angst" von Linda Castillo

ACHTUNG - SPOILER-Alarm
6. Teil einer Reihe  
(Die Reihefolge ist ganz unten aufgelistet)

Inhalt:
1979: Ein missglückter Raubüberfall kostet einem amischen Familienvater und fünf seiner Kinder das Leben. Seine Frau wird von den Räubern mitgenommen und nie wieder gesehen. Nur der 14jährige Sohn Billy Hochstedtler überlebt die furchtbare Nacht.
2014: Auf der Hochstedtler-Farm soll es spuken. Nur wenige Menschen wissen, was vor so vielen Jahren tatsächlich geschah. Und diese bekommen seit Kurzem Zettel zugestellt... Jemand weiß Bescheid. Dann geschieht ein Mord.

Erste Sätze:
"Er träumte von druckluftbetriebenen Schleifmaschinen, die über fenstes Wurzelholz glitten, und von Schwalbenschwanzzinkungen mit Zapfen und Schlitzen, die so präzise herausgestanzt waren, dass man sie kaum sah. Er und sein Datt schreinerten gerade eine Waschkommode für seine Mamm, denn seit sie so etwas im Antiquitätenladen in Painters Mill entdeckt hatte, wünschte sie sich  nichts sehnlicher. Er freute sich jetzt schon auf ihr Gesicht, wenn sie ihr die Kommode präsentierten..."

Cover / Aufmachung:
Das Coverbild passt wieder einmal perfekt zu der ganzen Buchreihe. Dunkle Farben. Bedrohliche Stimmung. Und das amische Leben. Titel und Coverbild haben für mich darüber hinaus nicht wirklich etwas mit dem Inhalt zu tun.

Meine Meinung:
Dies war nun bereits das sechste Buch der großartigen Reihe um Chief Kate Burkholder und ich habe es wieder verschlungen. Linda Castillo schreibt wirklich großartig. Aber an dieser Stelle muss ich einige Kritikpunkte zur Sprache bringen. Es nervt mich wirklich ungemein, wenn in einer Reihe STÄNDIG ausführlich alles bisherige wiederholt wird. In dieser Reihe hatte mich das bislang nicht groß gestört, aber nun ist das Maß voll... Ich lese den SECHSTEN Teil einer Reihe. Wenn mir immer noch erklärt werden muss, dass Kate früher selbst Amische war, ist irgendwas gewaltig schief gelaufen. Vielleicht soll das für Leser sein, die sich nicht um die Reihenfolge von Büchern kümmern -aber das geht auf Kosten der Leser, die sich tatsächlich an die grundlegenden Dinge erinnern können. Natürlich kann ich mich auch nicht an alle Einzelheiten erinnern - aber wer wer ist, ja wohl schon... Das führte bei diesem Band tatsächlich zum Punktabzug.

ABER:

Dienstag, 16. Juli 2019

[Kurzes Fazit] "Der Rosie-Effekt" von Graeme Simsion

ACHTUNG: Teil 2 einer Dilogie
SPOILER ALARM


Inhalt:
Don Tillman hat es geschafft: Er hat die Frau seiner Träume geheiratet, obwohl Rosie eigentlich gar nicht seiner Auflistung der benötigten Attribute entsprach. Das Rosie-Projekt war ein voller Erfolg. Zwischenzeitlich sind die beiden von Australien in die USA gezogen. Doch ihre Wohnung in Brooklyn, New York, dürfte in nicht allzu ferner Zukunft zu klein werden... Den Rosie erwartet ein Baby. Für Don eine unvorstellbare Veränderung. Es gibt so viel zu beachten. Listen erstellen, Pläne schmieden - ist er bereit dazu, Vater zu werden?

Mein Fazit:
Dieser zweite Teil hat mir wieder richtig gut gefallen und oft zum Lachen gebracht. Don ist einfach ein wunderbarer Typ, mit dem ich persönlich nicht zusammenleben könnte... Er meint es immer gut, doch das Zwischenmenschliche liegt ihm einfach nicht so...

Statt sich mit seinen Gefühlen auseinanderzusetzen, bald Vater zu werden, schmiedet wer wieder Pläne und macht Listen. So ist er einfach. Ich hatte ihn bereits damals mit Sheldon Cooper (BBT) oder Jerry Apensen (Boston Legal) verglichen - das passt einfach immer noch richtig gut. 

Ein wenig gestört an diesem Teil haben mich einige Hanldungen von Don, vor allem seine Unehrlichkeit. Dies schätzte ich sonst immer sehr an ihm - hier findet er hingegen Ausflüchte, jetzt nicht zwingend die volle Wahrheit sagen zu müssen. Das fand ich sehr schade... Die Storyline mit der Sozialarbeiterin war auch etwas drüber...

Nichts desto trotz fühlte ich mich wieder gut unterhalten.


Infos zum Buch:
Verlag: S. Fischer Verlag GmbH
Taschenbuch: 442 Seiten
Original-Titel: "The Rosie Effect"
Genre: Belletristik / Humor
Erschienen: 22.03.2016
ISBN: 978-3-596-03185-6


Montag, 8. Juli 2019

[Lesemonat] Mein trauriger Juni 2019

Mein Lese-Juni war (trotz Urlaub) absolut schrecklich, was mein Lesepensum angeht...

Ja, ich habe tatsächlich nur EIN EINZIGES Buch gelesen. In einem ganzen Monat! Hatte einfach eine riesige Lese-Flaute... Keine Ahnung, was da passiert ist. Dass "Der Sarg" mich dann auch nicht vom Hocker riss, tat wohl sein übriges...

Ich dachte ja, dass ich auf jeden Fall auf dem Flug oder vor dem Schlafen gehen bei meinem Städtetrip nach Rom lesen werde. Der Kindle war zumindest dabei. Aber auch dort: Keine Leselust. Fragt mich bitte nicht... Wir liefen stundenlang durch diese wunderbare Stadt. Bei strahlendem Sonnenschein - ohne Wolken. Danach ging irgendwie nur noch Serien gucken (auf dem Handy 😝)


ABER ich habe noch 2 Leseproben geschafft (immerhin). Beide gefielen mir SEHR GUT! "Love to share" sogar so gut, dass ich mir das Buch am Freitag noch schnell gekauft hatte (und irgendwie um 2:00 Uhr dann durchgelesen hatte. Die Leselust ist zurück!). 


Aber kurz noch zum "Sarg". Ach, ich weiß nicht... Hatte schon relativ schnell den richtigen Riecher, was die Entwicklung bzw. die ganze Hintergrundgeschichte angeht und werde einfach gerne überrascht. Außerdem finde ich es IMMER ziemlich nervig, wenn Leute was vor der Polizei geheim halten. Manchmal gibt es wirklich triftige Gründe (die sogar ich nachvollziehen kann), aber hier war es einfach etwas anstrengend. 
Finde ich schade, weil Arno Stroben wirklich total sympathisch ist! Bislang konnten mich seine Werke aber nie komplett überzeugen ("Das Wesen", "Anonym" und nun "Der Sarg"). Glaube, ich werde da nur auf persönliche Empfehlung von Leuten, die einen ähnlichen Geschmack haben, ein weiteres Buch lesen.

Kennt ihr "Der Sarg" oder andere Bücher von Herrn Strobel? Haben sie euch gefallen?