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Freitag, 11. Dezember 2020

[book vs. movie] "Die 5. Welle" von Rick Yancey

Inhalt (ohne Spoiler):
Als das Mutterschiff der Außerirdischen erschien, war lange nicht klar, was sie genau wollten. Doch die erste Welle machte ihre Abstichten deutlich... Der EMP, ein elektromagnetischer Puls, versetzte die Menschheit zurück ins Mittelalter. Ließ Flugzeuge vom Himmel fallen und alle Fahrzeuge und elektronische Geräte unbrauchbar machen. Die zweite Welle brachte eine Flut, die sämtliche Küstenstädte auslöschte. Dann kam die Seuche, die über 90% der noch übrig gebliebenen Menschen dahinraffte.
Cassie, ihr kleiner Bruder und ihr Vater sind immun. Doch in einem Flüchtlingskamp im Wald offenbart sich die vierte Welle: Die Silencer. Die Außerirdischen tarnen sich als Menschen... Man kann niemandem mehr trauen...

Das Buch:

Erschienen am 07.05.2013 fasst das Buch 457 Seiten. Es handelt sich um den ersten Teil einer Trilogie. Meine Ausgabe ist gebunden und im Goldmann Verlag erschienen. Das Buch ist in 12 Abschnitte unterteilt und wird im Wechsel durch die Protagonisten erzählt. Hierbei jeweils in Ich-Perspektive und im präsens. Die Vergangenheit wird hier von den Charakteren nacherzählt. Diese Erzählperspektive finde ich richtig gut, weil man so viel über die Gedanken und Gefühle aller Protagonisten erfährt.
Die erste Erzählerin ist Cassie, eigentlich Cassiopea Sullivan, 16 Jahre alt. Das Buch beginnt, als sie bereits ganz allein ist. Wie es dazu kam, erzählt sie fast in Tagebuchform - etwas, was sie tatsächlich führt.

Der Film:

Mit einer Laufzeit von 117 Minuten ist der Film im Jahr 2016 in die Kinos gekommen. LINK ZU WIKIPEDIA. Ich fand den Film wirklich sehr spannend. Gut inszeniert, alle wichtigen Infos wurden rübergebracht.

Die Darsteller:
Cassie wird dargestellt von Chloe Grace Moretz, die ich wirklich ziemlich großartig finde. Ich kannte sie vor allem aus der Buchverfilmung zu "Wenn ich bleibe", der Neuverfilmung von "Carrie" und dem Film "Feuer im Kopf". Sie ist wirklich hübsch, blond und schlank. Die Cassie im Buch hat rot-blonde Haare, aber sehr viel mehr wird über ihr Äußeres meine ich gar nicht erwähnt. Ich finde, dass Chloe Cassie gut dargestellt hat. 

Nick Robinson spielt Ben Parish, später Zombie. Cassies Schwarm, der sie aber eigentlich überhaupt nicht kennt. Im Buch wird Ben als Sportler beschrieben. Ein Sunnyboy. Nick passt ganz gut, finde ich. Den Schauspieler werden wohl viele als Simon in "Love, Simon" oder "Being Charlie" kennen. Den Film habe ich aber noch nicht gesehen. Ich kenne ihn aus Jurassic World.

Der zauberhafte Zachary Arthur spielt den kleinen Samuel "Sammy" Sullivan. An ihn konnte ich mich aus keinem anderen FIlm erinnern, er ist aber auch noch sehr jung. Laut Internet hat er jedoch in einigen Serien wie "Transparent", "Kidding" und sogar einer Folge von "Greys Anatomy" mitgespielt. Sammy im Buch ist ein kleiner, niedlicher Junge - das passt also hervorragend.

Liev Schreiber spielt Colonel Vosh und das macht er echt gut! Er hat so eine fiese Ader, finde ich. Er kann gut Bösewichte spielen, aber hat auch in Uniform eine enorme Autorität. Merkwürdigerweise habe ich mir Vosh im Buch trotzdem anders vorgestellt, obwohl ich den Film bereits vorher gesehen hatte. Irgendwie hagerer im Gesicht.  Doch der bekannte Schauspieler passt gut in die Rolle. Liev kennt man aus so wahnsinnig vielen Filmen... Mir fällt zuerst "Wolverine" ein. "Salt", "Unbeugsam" und die Serie "Ray Donovan", in der er die Hauptrolle verkörpert. 

Evan Walker wird von Alex Roe dargstellt. Im Buch ist Evan sehr attraktiv. Ähm, check! Das ist echt ein hübscher Kerl. Groß, blond und strahlend blaue Augen. Ach, da war ja was. Ich meine, dass Evan im Buch braune Augen hatte. Die Rede war von Schokolade. Ist mir aber ziemlich egal, ehrlich gesagt - Alex ist heiß. Das reicht mir ;p Er ist bekannt aus "Forever my Girl" und der Serie "Siren" (glaube die heißt bei uns irgendwas mit mysterious mermaids oder so).

Maika Monroe spielt Ringer. Also winzig kleine Poren konnte ich nicht erkennen und ehrlich gesagt habe ich eine Asiatin erwaret, aber ansonsten passt Maika perfekt zur Rolle. Sie ist richtig tough und lacht nie. Genau wie im Buch - eine Szene ist sogar 1 zu 1 übernommen worden. Hervorragend. Die Schauspielerin ist eigentlich blond und bekannt aus "Labor Day" und "It Follows"

Donnerstag, 16. Januar 2020

[book vs. movie] "Der Übergang" bzw. "The Passage"


Inhalt (ohne Spoiler):
Das Militär experimentiert mit einem Virus, das viele Krankheiten heilen und das Leben stark verlängern könnte. Das Projekt Noah. Hierzu werden Todeszellenkandidaten rekrutiert. Die Testpersonen verändern sich. Sind kaum noch menschlich, sehr sonnenempfindlich und ernähren sich von Blut. Doch sie heilen auch schneller und erkranken nicht.
Bald merken die Wissenschaftler, dass jüngere Probanden bessere Ergebnisse bieten könnten. Ein Kind muss her. Eines, das noch nicht im System gelandet ist. Amy Harper Bellafonte passt da perfekt...

Das Buch:
Am 08.06.2010 veröffentlichte der Autor Justin Cronin den ersten Teil seiner als Trilogie geplanten Passage-Roman-Reihe im Goldmann Verlag (Verlagsgruppe Randomhouse). Das Buch fasst insgesamt 1.020 Seiten und ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Das ganze Buch erstreckt sich über einen Zeitraum von circa hundert Jahren - also eine ziemlich lange Zeit.
Die Folgebänder "Die Zwölf" und "Die Spiegelstadt" sind ebenfalls bereits erschienen. So könnte die gesamte Trilogie am Stück gelesen werden (wenn man das gerne möchte).

Die Serie:
Kein Film wurde aus dem Material gemacht, sondern eine Serie. Macht bei der komplexen Story und der Länge des ERSTEN Teils durchaus Sinn, meiner Meinung nach. Bislang gibt es erst eine Staffel, welche 10 Folgen á 45 Minuten fasst. Die Serie läuft seit dem 08.01.2020 mittwochs bei Pro7 - aber immer gleich 3 Folgen auf einmal. So könnt ihr ab Folge 2 die Serie in der Pro7-Mediathek anschauen (ACHTUNG: Ich weiß nicht, wie lange die 2. Folge noch verfügbar ist!). 
Mein heutiger Post bezieht sich nur auf die ersten 4 Folgen der Serie. (Den Rest schaue ich mir noch an). 
In diesen Folgen wird zeitlich ungefähr bis Seite 243 (Kapitel 11) des Buches berichtet - allerdings gibt es SEHR viele Unterschiede.

Die Unterschiede (ACHTUNG: Spoiler sind geschwärzt - zum Lesen markieren):
Der größte Unterschied ist eigentlich, dass die Serie (in üblicher Manier) viel rührseliger und weniger brutal ist, als das Buch.  So ist Amy viel älter, um mehr zu können, schlagkräftig, witzig, selbstbewusst und redseliger zu sein. Die Virals sind eigentlich nur Vampire, keine richtig gruseligen Monster. Der Grund, wieso das Virus überhaupt entwickelt werden soll, ist fast schon ethisch nachvollziehbar - nicht so, wie im Buch (was ich realistischer finde). 

Die gravierendsten Unterschiede waren für mich:

Hintergrund der Versuche: 
Buch = Heilung schwerer Krankheiten und verlängertes Leben. Vor allem das Militär ist interessiert daran, "Übermenschen" für den Kampfeinsatz zu erschaffen und beteiligt sich finanziell. 
Serie = Eine mutierte Art der Vogelgrippe grassiert und droht, zur Pandemie zu werden. Das Experiment soll dies verhindern (klingt fast schon ehrenhaft).
Amy:  
Buch = 6 Jahre. Spricht kaum. Kann irgendwie mit Tieren kommunizieren - es gab einen verrückten Vorfall im Zoo. Amy wurde direkt nach der Ankunft in der Einrichtung von Wolgast getrennt. Erst als sie nach der Injektion ins Koma fiel wurde Wolgast zu ihr gelassen.  
Serie = 10 Jahre. Sehr clever und aufgeweckt. Lustig und lässt sich nicht verarschen. Sie verbringt einige Zeit mit Wolgast zusammen in der Einrichtung, während sie das Virus erhält. Darf sogar raus und kommuniziert mit Anthony Carter durch die Tür. (ist schon ein ziemlicher Unterschied, finde ich)
Patient Null - genannt Zero:  
Buch = Todeszellenkandidat / Mörder Giles Babcock  
Serie = Doktor Tim Fanning, der sich im Dschungel auf der Suche nach dem Virus infiziert hatte
Babcock
Buch = s.vor - erste Testperson. Mörder.
Serie = Eine hübsche Frau namens Shauna Babcock (allerdings ebenfalls Mörderin und Todeszellenkandidatin). Elfte und vorletzte Testperson.
Agent Wolgast:  
Kaum ein Unterschied erkennbar. Allerdings werden seine Gefühle Amy gegenüber in der Serie greifbarer als im Buch, finde ich. Er hat in der Serie sehr viel mehr Zeit mit ihr verbracht und noch intensiver versucht, sie zu retten.
Wolgasts Ex-Frau Lila: 
Buch = nur eine Erwähnung und ein Telfonat. Sie ist neu verheiratet und erwartet ein Kind. 
Serie = sie hilft Wolgast, mit Amy zu verschwinden und möchte das Experiment aufdecken.
Grey und die anderen Reinigungskräfte der Käfige:  
Buch = medikamentös sterilisierte Pädophile, weil diese leichter zu bändigen sind. 
Film = normale Männer, die auch auf die weibliche Gefangene reagieren.
Dr. Jonas Lear: Kein großer Unterschied für mich erkennbar - beide haben das Experiment gestartet, um ihre schwer kranke Ehefrau Elisabeth zu retten.
Amys Mutter: 
Buch = lange Hintergrundgeschichte. Landet auf dem Strich und tötet in Notwehr einen jungen Mann. Gibt dann Amy in ein Kloster und verschwindet anschließend auf der Flucht vor der Polizei. 
Serie = war drogenabhängig und starb an einer Überdosis. 
Schwester Lacey
Buch = eine Nonne, bei der Amy von ihrer Mutter zurückgelassen wird 
Serie = eine ehemalige Nonne, die im Militär als Marine mit Wolgast gedient hatte
Anthony Carter:  
Buch= Er wirkte etwas zurückgeblieben, aber unschuldig. Sein späteres "Opfer" hatte ihm einen Job angeboten, als er um Geld gebettelt hat. Es war wohl ein Unfall: Sie sind zusammen in den Pool gefallen - wenn auch beinflusst von ihrer psychischen Verfassung... Amy hat ihn nie kennengelernt. 
Serie = Er hatte ein Verhältnis mit seinem späteren "Opfer", die ihm erst später eröffnete, verheiratet zu sein. Sie hat sich vermutlich umgebracht - allein. Auch er ist eigentlich unschuldig. Amy hat viel Kontakt mit ihm durch die Tür, die ihre Zimmer trennt. Beide sind eine Art Brieffreunde geworden.
Dr. Tim Fanning:  
Buch = Ich konnte mich gar nicht an ihn erinnern, aber er war bei der Expedition im bolivianischen Dschungel dabei! Ansonsten hatte er meines Erachten kene große Rolle gespielt - allerdings erwachte Grey einmal mit dem Gedanken "Ich hieß... Fanning" (Kapitel 9) bevor sich das zu Babcock wandelte - Vielleicht ein Spoiler durch die Serie?! Wird er in den Folgebänden wichtig?  
Serie = Patient 0 - wurde direkt von einem Wirt infiziert. Treibende Kraft bei der Beeinflussung der Menschen und Virals. Fast wie deren Anführer.
Die Virals: Buch = kaum noch menschlich. Muskulöse Körper. Zähne spitz wie Zahnstocher, die mit lautem Klingen auf den Boden fallen, wenn sie Ihnen ausfallen um nachzuwachsen. Scharfe Klauenhände. Starke UV-Unverträglichkeit. Gelbe Augen. Leuchten im Dunkeln. Nackt. Können nicht sprechen. Können Menschen mental beeinflussen und ihnen Teile ihrer Vergangenheit in Träumen zeigen.  
Serie = die erste Testperson hat stark ausgeprägte Adern, gelbe Augen und Vampirzähne. Je später die Testperson dem Virus ausgesetzt wurde, desto weniger stark sind die Veränderungen. Shauna Babcock sieht sehr menschlich aus, bis auf die Vampirzähne. Außerdem sind alle angezogen. Die Virals kommunizieren vor allem in Träumen mit den Menschen. Allerdings tun sie das auch ohne Träume in ihrer alten Gestalt - als eine Art Vision.
Essverhalten der Virals: 
Buch = immer 10 Kaninchen, wobei nur 9 komplett zerfetzt werden. Das zehnte wird am Leben gelassen (hat auch einen tieferen Sinn)  
Serie: Reines Blut in einem Trog (sehr viel weniger brutal)

Was ist besser:
Ganz klar das Buch. Aber das geht auch gar nicht anders, weil dort viel komplexer alle Themen aufgegriffen werden. Die Serie ist einfach nur grob an der Story orientiert. Es ist einfach keine Verfilmung, sondern lehnt am Buch an. Das Script der Serie unterscheidet sich einfach zu sehr vom Buch, um dort einen direkten Vergleich ziehen zu können.
Die Serie für sich gesehen ist wirklich nicht schlecht! Amy ist sehr sympathisch. Wolgast mochte ich in beiden Medien sehr. Lacey war mir im Buch viel lieber, aber offenbar wird diese Art für den Plot der Serie benötigt. Die Virals könnte man gar nicht so darstellen, wie im Buch beschrieben - außer mit krasser Computertechnik - und dann sieht das Ganze schnell billig aus. Also passt schon.
Als Leser stoßen einem nur die Unterschiede so auf - man muss sich besinnen, die beiden Medien unterschiedlich anzugehen.

Das Buch ist teilweise wirklich nicht so einfach zu lesen! Das gebe ich zu. Versuche, vielleicht noch ein kurzes Fazit o.ä. zu schreiben, um das zu erläutern - ABER es lohnt sich, finde ich!


Bildquelle: LINK

Dienstag, 8. Dezember 2015

[book vs. movie] "Die Bestimmung - Divergent" von Veronica Roth

Inhalt (Klappentext): 
"Fünf Fraktionen sind es, zwischen denen Beatrice sich entscheiden muss, als sie sechzehn wird. Es ist die wichtigste Wahl ihres Lebens, denn sie entscheidet über ihre Familie, ihre Freunde, ihre Feinde. Doch der Test, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis: Sie ist eine Unbestimmte. Die aber gelten in der Welt, in der sie lebt, als hoch gefährlich..."

Was war besser?
Wieder mal eine seeehr schwierige Frage...
Gleich zu Beginn der Hinweis, dass ich zuerst den Film gesehen habe. Hatte zwar am Rande von der Buchreihe gehört, aber mich irgendwie davon nicht angezogen gefühlt. Dann war ich mit einer Freundin im Kino und wir entschieden uns spontan für "Divergent - Die Bestimmung".
Ich sage es mal so: Der Film hat mich richtig geflasht. Habe das wirklich nicht erwartet! Die Filmmusik war super, Theo James ist hot, die Story war richtig klasse und der Film war spannend. Habe beim Filmschauen also nicht verglichen mit dem Buch und auch die üblichen Probleme á la "den / die habe ich mir aber gaaaanz anders vorgestellt" fielen somit weg. Habe übrigens den zweiten Film auch schon gesehen, bevor ich das erste Buch gelesen hatte.

Jetzt habe ich also beim Lesen des Buches mit dem Film verglichen und muss sagen, dass die Verfilmung sehr nah am Original ist. Mehr dazu unter dem Punkt "Unterschiede" unter dem Spoileralarm :)
Das Buch gefiel mir richtig gut. Man erfährt noch etwas mehr über das Gefühlsleben von Ich-Erzählerin Tris. Obwohl ich oft wusste, was gleich geschehen wird, war es spannend und konnte mich fesseln. So sehr, dass ich mir sogar das Lesen beim Frühstücken wieder angewöhnt habe. Also auf jeden Fall Daumen hoch für das Buch.

Meiner Meinung nach liegen Buch und Verfilmung gleich auf.

Die Darsteller
Mir persönlich gefallen die Schauspieler richtig gut. Allen voran natürlich der wirklich attraktive Theo James, obwohl er eigentlich zu alt für die Rolle ist. Aber das ist natürlich Geschmacksache. Tris finde ich auch klasse besetzt, allerdings etwas zu groß. Super fand ich Jai Courtney als Eric - er spielt ihn richtig gut! so wunderbar böse ;p Nicht so optimal fand ich Christian Madsen als Al - aber erst, nachdem ich das Buch gelesen habe. Musste erst überlegen und googlen, um die beiden Charaktere überhaupt zusammen zu kriegen. Al ist optisch im Buch einfach komplett anders beschrieben.
Finde auch, dass die Will und Al-Darsteller sich total ähnlich sehen - oder bin ich bekloppt? Bösewicht Peter passt ganz gut.
Alles in allem kann ich nicht meckern :)

SPOILERALARM - wer dennoch weiterlesen möchte, darf dies natürlich gerne tun :)

Montag, 16. September 2013

Under the dome ("Die Arena" von Stephen King) - wer schaut die Serie?

Under the Dome
 
Seit dem 04.09.2013 wird auf ProSieben die Serie "Under the dome" nach der Romanvorlage "Die Arena" von Stephen King ausgestrahlt. Zu meiner Rezi gelangt ihr hier. Mich würde interessieren, ob ihr die Serie schaut.
 
Ich staunte nicht schlecht, als ich von der Verfilmung des Buches hörte. Damit hätte ich nicht gerechnet. Beim Lesen hatte ich ja kritisiert, dass man wegen der vielen Personen den Überblick verliert (oder ich der Konzentrationsmuffel). Für eine Serie eignet sich dies jedoch sehr gut. Auch die vielen blutigen Kuppel-Unfälle und Effekte eignen sich meiner Meinung nach prima zur filmerischen Darstellung.
 
Gebannt klebte ich dann also vorm TV und musste feststellen, dass einige Unterschiede zwischen Roman und Serie klaffen. Die aus meiner Sicht gravierendsten würde ich euch gerne erläutern. Vorsicht: Wer das Buch noch nicht kennt, sollte hier lieber nicht weiterlesen. Ich spoilere bestimmt: :)


Sonntag, 7. April 2013

book vs. movie "Rubinrot"

Nun bin auch in den Genuss gekommen, den Film zu dem hier rezensierten Buch zu schauen. Jetzt kommt etwas, das ich tatsächlich nicht erwartet hätte:


ICH FAND ES WIRKLICH SUPER!


Wie gesagt - hätte ich nicht gedacht. Allein schon die Tatsache, dass es sich um eine deutsche Produktion handelt schreckte mich zunächst ab. Wenn ich ehrlich bin haben mir nur seeehr wenige deutsche Filme je gefallen. Tja, jetzt kommt tatsächlich noch einer hinzu. 

Gwendolyn und Gideon
Leider (ja, in diesem Fall ist das so) habe ich das Buch bekanntlich zuerst gelesen. Daher sind mir sofort die (wie ich finde) gravierenden Unterschiede aufgefallen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte:

ALLERDINGS !!!SPOILERALARM!!! (werde versuchen, mich zurückzuhalten)

Unterschiede:
Eigentlich fast der komplette Anfang des Buches/Filmes. Allerdings war es für den Film und für das Verständnis gut gewählt, dass es Charlottes Geburtstag ist. Im Buch war es ein x-beliebiger Tag. Auch die Rückblende, die im Prolog des Buches behandelt wurde, war anders. Ich finde, dass der Film hier zu viel vorwegnahm. Nämlich etwas, was sich mir erst am Ende des ersten Bandes eröffnet hat. Meine Frage beim Schauen: Haltet ihr die Zuschauer für so unterbelichtet? (Meine heimliche Antwort - vermutlich sind sie es...) Auch die ersten Zeitreisen waren komplett anders. Im Buch traf sie nie auf ihren Großvater, im Film bereits auf ihrer zweiten Reise. Das Treffen mit sich selbst lief auch etwas anders ab - im Film gab sie Tipps...
Außerdem wurden die Zeitreisen umgedreht. Eigentlich traf sie erst den Grafen (wobei ich die mentalen Attacken etwas zu auffällig fand - Gideon hatte im Buch davon überhaupt nichts mitbekommen) und dann auf Lucy und Paul. Zur Kutschfahrt muss ich glaub ich nicht viel sagen  - so wie im Film war es einfach viel dramatischer.

Was mich sehr störte: Warum hatte Gwendolyn nicht die leiseste Ahnung, dass sie Geister sehen kann? Fand ich irgendwie merkwürdig. War es so besser umzusetzen? Also im Buch konnte sie das schon als kleines Mädchen und Leslie wusste auch Bescheid. 

Hinzu kommen die Dinge, die man im Buch noch lange nicht erfährt. Ich hatte noch nie zuvor etwas von der Prophezeiung gehört - kommt wohl erst in Band 2... Außerdem gab es plötzlich einen anderen Geheimbund (habe den Namen vergessen - verdammt, hätte ihn doch aufschreiben sollen...) Wusste ich vorher auch nicht. Weiß noch nicht, ob das jetzt gut oder schlecht ist.

Was ich positiv bemerken muss: Die ganzen kryptischen Texte / Gedichte / Botschaften aus dem Buch wurden super verpackt und somit verständlicher gemacht.

Darsteller:
Nachdem ich etwas meckern musste nun der Lichtblick. 
Ich fand die Besetzung absolut gelungen. Schade nur, dass man den wunderschönen Kostja Ullmann ausgerechnet die Rolle des verschrobenen James gegeben hat... Gwendolyn ist wirklich toll. Sie verkörpert den Charakter meiner Meinung nach perfekt. Gideon könnte natürlich hübscher sein - aber ich fand auch ihn gelungen. Der hat was ;) 
Kostja Ullmann als James
Auch die restlichen Schauspieler passten super in ihre Rollen. Insbesondere Tante Maddie - verdammt, war die gut. Allein schon ihre großartige Stimme. Da kommt die deutsche Produktion und somit der O-Ton doch wieder mal zugute. Leslie, Charlotte - einfach alle sind super besetzt.
Kommen wir zu Josefine Preuß als Lucy. Tja, ich habe mir die einfach ganz anders vorgestellt. Irgendwie erwachsener. Ich mag Josefine eigentlich ganz gerne - "Türkisch für Anfänger" ist einfach eine tolle Serie. Allerdings hat mir ihre merkwürdige, irgendwie blasierte Art zu sprechen immer übel aufgestoßen. (Schaut einfach mal ein Interview oder so mit ihr - vielleicht wisst ihr dann, was ich meine). In dem Film fand ich sie bislang trotzdem okay.

Fazit:
Alles in einem ein wirklich gelungener Film. Lohnenswert! Das einzige, was mich störte, beruht auf der Tatsache des Das-Buch-vorher-Lesens... Die Frage: Was war nun besser? kann ich nicht eindeutig beantworten. Der Leser in mir schreit: DAS BUCH! Anderseits war der Film wirklich toll. Also ein unentschieden!


Bin sehr gespannt, was ihr zu dem Film meint? Habt ihr nur den Film gesehen oder auch das Buch gelesen? Wenn beides, in welcher Reihenfolge? Sind euch die Unterschiede auch sofort ins Auge gesprungen?

Samstag, 12. Januar 2013

BOOK VS. MOVIE "The Lucky One"



Inhalt:
Logan Thibault kehrt von seinem Einsatz im Irak zurück - traumatisiert, doch mit einem Ziel vor Augen. Er möchte die Frau auf dem Foto finden, das ihm seiner Ansicht nach während seiner Irak-Zeit Glück gebracht und ihm sogar das Leben gerettet hat. Es gelingt ihm zu erfahren, wo die Frau herkommt und dass sie Beth heißt. Beth leitet eine Hundepension, bei der Logan einen Job annimmt, um in ihrer Nähe sein zu können. Er verheimlicht den Grund seines Aufenthalts und auch Beth' Ex-Mann, der Deputy Clayton, ist nicht gerade begeistert von Logan.

Besonderheiten des Buches:
Nicholas Sparks hat wirklich einen sehr feinen Schreibstil. Das Buch ist aus Sicht der verschiedenen Personen geschrieben, jeweils mit Namen der Person über dem Kapitel gekennzeichnet. Nicholas Sparks schafft es, die Charaktere sehr deutlich herauszuarbeiten und nicht so flach zu lassen, wie es leider oft der Fall ist. Das hat mir sehr an dem Buch gefallen. Z. B. Clayton's verquere Sicht der Dinge. 
Achtung Spoiler: Er hat eine sehr herabwürdigende Art mit Frauen umzugehen. Außerdem fasst er den Plan, mit Beth eine Art "Freundschaft mit Zusätzen" einzugehen. Als Leser empand ich seine Sicht der Dinge als dümmlich und beschränkt. Mir war klar, dass Beth ihn nicht zurück haben möchte - nicht einmal für eine Menge Geld. Außerdem war ja Logan bereits in ihr Leben getreten. 
Ab jetzt wird inhaltlich viel verraten...

Dienstag, 13. November 2012

"Sturmhöhe" Buch-Film-Vergleich

Inhalt:
Das Straßenkind Heathcliff wird bei den Earnshaws auf deren Anwesen, Wuthering Heights, aufgenommen. Zwischen dem Jungen und Cathy, der Tochter des Hauses, entsteht schnell eine tiefe Freundschaft, doch ihr Bruder Hindley schikaniert Heathcliff, wo er nur kann. Aber für den Herrn des Hauses wird Heathcliff zu einem Sohn und genießt sein vollstes Vertrauen. Tragische Umstände zwingen Heathcliff dazu, Wuthering Heights zu verlassen. Die Trennung von seiner Seelenverwandten fällt ihm sehr schwer, da sich die Bindung zwischen ihm und Cathy sich über die Jahre noch verstärkt hat. Als er schließlich zurückkehrt, sucht er Vergeltung.

Besonderheiten des Buches:
Die Seitenzahlen und Kapitelangaben stehen oben. Am Ende des Buches befindet sich eine Zeittafel zu Emily Bronte und ein Stammbaum der im Buch auftretenden Personen/Familien, den ich als hilfreich erachtet habe, um Revue zu passieren.
Das Buch ist in der ersten Person geschrieben, wobei diese Person im Buch nicht immer die gleiche ist. Verschiedene Personen schildern Teile der Geschichte aus ihrer Sicht. Dies ließ eine gewisse Nähe zu den Geschehnissen zu und war vorteilhaft für mich, da man so die verworrene Geschichte etwas besser durchblicken konnte. 
Auffallend fand ich, den Akzent des Stallknechts Joseph. Leider hat mich das unverstänliche Gemecker von ihm oft genervt. Teilweise konnte ich kaum verstehen, was er sagt. Dies möchte ich gerne anhand eines Beispiels belegen: "De Härr ös knapp unner de Ard, un Sunn'g noch nech vörbei, un dr Klang funs Gotteswort habt'r noch in de Uhren, un ihr mußt anfange Theater ze spälen!..."(Seite 28). Es gab sehr viele lange, nervige Textpassagen von Joseph, die ich manchmal überlesen wollte.

Besonderheiten des Films:
Zuerst muss ich sagen, dass es ja viele verschiedene Verfilmungen gibt, anscheinend auch einige, die "besser" sind, wenn man dem Sternebewertungssystem vertrauen kann. Der Film, den ich zugrunde lege, wurde 2004 produziert. Heathcliff wird von "Alessio Boni" und Cathy von "Anita Caprioli" gespielt.
Auffallende fand ich die dramatische und auch gespenstische Musik, die immer wieder auftaucht. Zum Teil passend, aber auch etwas übertrieben. Darüber hinaus ist mir aufgefallen, dass immer Schnee liegt im Film. Es kam mir unnatürlich vor, dass die Geschichte die ganze Zeit in dieser Winterlandschaft im Hochmoor von Yorkshire spielt. 

Nun verrate ich ziemlich viel -Spoilergefahr-. Bitte nur weiterlesen, wer davor nicht zurückschreckt. 

Donnerstag, 31. Mai 2012

BOOK VS. MOVIE - "The Beach [Der Strand]"

Als der Film von Danny Boyle mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle im Jahr 2000 erschien, hatte ich das Buch bereits gelesen. Ob das ein Vorteil war, kann ich nicht sagen. Die Story gefällt mir jedenfalls sehr.

Inhalt:
Der junge Engländer Richard ist Rucksacktourist. Er möchte ein Abenteuer abseits des "Mainstreams" erleben. In einem Hotel in Bangkok lernt er einen Mann kennen, der sich Daffy Duck nennt. Tags darauf findet Richard nicht nur eine handgezeichnete Karte eines entlegenen Traumstrandes, sondern auch Daffy's Leiche. Es war Selbstmord. Was hat die Karte zu bedeuten? Soll sich Richard allein dieser Herausforderung stellen? Doch Richard freundet sich mit einem französischen Pärchen an, das wie er nach dem Abenteuer sucht, und gemeinsam beschließen sie, den Strand zu finden. Der Weg ist beschwerlich, aber schließlich gelingt es Richard, Étienne und Francoise. Auf der Insel lebt eine kleine organisierte Menschengruppe. Doch der Traum vom ewigen Urlaub ist bald ausgeträumt. 

Besonderheiten des Buches:
Das Buch ist in Kapitel unterteilt, die jeweils mit einer vielsagenden Überschrift versehen sind, wie z.B. "Game over, man". Das schürte bei mir die Vorfreude. Außerdem ist es in Teile gegliedert, die auf die jeweiligen Orte bezogen sind.
Richard's Gedanken über das Rucksackreisen und ein Rückblick bezüglich seiner ersten Reise als 17-jähriger gewähren zu Beginn des Buches einen tiefen Einblick in seinen Charakter.
Das Buch ist mitreißend und flüssig geschrieben, die Dialoge sind besonders lebendig. Richard erzählt seine Geschichte als Ich-Erzähler.
Einmal heißt es: "Flucht durch Reisen, das funktioniert." (Seite 127) Diese Philosophie zieht sich als roter Faden durch das Buch. Selbst das Ende des Buches stellt eine kleine Flucht in sich dar. Achtung Spoiler: Richard befindet sich wieder zu Hause in einem Internet-Cafe (Flucht in die virtuelle Realität). Er hat keinen Kontakt mehr zu den anderen Strand-Leuten, auch nicht zu Francoise und Étienne, doch er ist fest davon überzeugt, sie irgendwann einmal wiederzutreffen.  

Besonderheiten des Films:
Meiner Ansicht nach wurden die Rollen gut besetzt. Leonardo DiCaprio verkörpert den abenteuerlustigen Richard gut und auch Sal, die Gruppenanführerin, gespielt von Tilda Swinton, gibt eine autoritäre und teils auch beängstigend diktatorische Anführerin wieder, wie ich sie mir im Buch vorgestellt habe. 
Der Strand ist wirklich schön mit seinem azurblauen Wasser. Hier hat es das Medium Film leicht, mit ein paar Bildern ein tropisches Paradies aufzuzeigen. Der Drehort ist die thailändische Inselgruppe Phi Phi, der Strand des Films ist die Maya Bay. 

Ab hier kann ich nicht mehr hinter den Berg halten. Wer das Buch noch lesen/den Film noch schauen möchte, sollte hier mit dem Lesen stoppen. Es folgen die Unterschiede zwischen den beiden Medien und mein Fazit.

Donnerstag, 26. April 2012

BOOK VS.MOVIE - "Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele"

 http://www.moviepilot.de/files/images/0625/
7155/Hunger-Games-Poster_810.jpg
Ich war im Kino und habe den Panem-Film gesehen. Über die Trilogie hatte ich bereits hier etwas geschrieben.

Inhalt:
Nordamerika hat sich in der Zukunft sehr verändert. Die U.S.A. gibt es nicht mehr - das Land heißt nun Panem und ist in 13 Distrikte eingeteilt. Regiert werden diese vom Kapitol und seinem Präsidenten. Als sich Distrikt 13 gegen das Regime aufgelehnt hat, wurde er vernichtet. Seitdem gibt es die Hungerspiele. Die Menschen sollen daran erinnert werden, dass sie verloren haben. So werden jedes Jahr aus jedem Distrikt ein Mädchen und ein Junge zwischen 12 und 18 Jahre ausgelost - die sogenannten Tribute. Diese Kinder sollen dann in einer Arena gegeneinander kämpfen - bis zur noch einer am Leben ist.
Die sechzehnjährige Katniss lebt in Distrikt 12. Dort werden die Regeln nicht ganz so hart durchgesetzt, wie in mach anderen Distriken. So kann sie ihre Mutter und Schwester nach dem Tod des Vaters durch ihre Jagdkunst ernähren. Bei den diesjährigen Hungerspielen wird jedoch ihre zwölfjährige Schwester ausgewählt. Das kann Katniss nicht zulassen und meldet sich freiwillig als Tribut. Den Jungen, der ausgewählt wird, kennt sie. Er hat ihr einst das Leben gerettet und nun muss sie ihn töten, um zu überleben.

ACHTUNG: Wer das Buch noch nicht gelesen hat, sollte jetzt aufhören zu lesen. Ich spoilere hier leider sehr stark. Sieht ja auch ein wenig blöd aus, alles zu schwärzen :)

Samstag, 10. März 2012

BOOK VS. MOVIE - "Veronika beschließt zu sterben"

Heute werde ich mich das erste Mal an ein "book vs. movie" wagen. Viele von euch finden sicher (wie ich auch) das Buch oft millionenfach besser als den Film. Und das aus dem einfachen Grund, dass so vieles fehlt. Manchmal passen die Darsteller einfach nicht oder die Umsetzung passt nicht zum Gefühl, das man beim Lesen hatte. Orte wurden ganz anders beschrieben  - oder man hat sie sich einfach nicht so vorgestellt. Manchmal sind die Gedankengänge der Protagonisten das Beste. Wenn der Film nicht vom Schauspieler aus dem Off besprochen ist, kommen diese auch nicht zum Einsatz.

Ich versuche eigentlich immer, nicht ganz so voreingenommen zu sein. Aus irgend einem Grund möchte ich immer erst das Buch lesen. Möglicherweise liegt es daran, dass beim Lesen vor meinem inneren Auge bereits ein Film läuft und ich dann meiner Fantasie freien Lauf lassen kann... Bei einigen Büchern bin ich sogar manchmal der festen Überzeugung, einen Film gesehen zu haben. Verrückt? Ja, wahrscheinlich. Vielleicht geht es ja irgendjemandem von euch ähnlich. Eigentlich ist es doof, erst das Buch zu lesen. Weil man dann fast immer enttäuscht wird. Sieht man erst den Film und die Story gefällt, ist alles gut. Denn das Buch kann eigentlich nur besser sein. Oder ist es schon mal jemandem passiert, dass das Buch schlechter war als der Film? Mir jedenfalls nicht.

Um es kurz zu machen: Ein Buch und einen Film zu vergleichen ist schwierig. Ich könnte nur aufzählen, was mir an beiden gefallen hat und was nicht, wo die Unterschiede liegen usw. So - jetzt habe ich erst mal genug geblubbert.  Zurück zum eigentlichen Thema:


 
Da ich zuletzt von Paulo Coelho "Veronika beschließt zu sterben" gelesen habe, versuche ich mich einfach hieran. Den Film hatte ich vor dem Lesen gesehen - das ist schon ein bisschen her...

Quelle: https://gfx.videobuster.de/archive/resized/h550/2011/02/image/jpeg/a8015f1942603357704403afee79c480.jpg?title=veronika-beschliesst-zu-sterben&k=DVD+online+leihen+download+cover


Inhalt:
Veronika ist eine gesunde, hübsche junge Frau, doch sie sieht keinen Sinn mehr in ihrem Leben. Es erwartet sie nur Eintönigkeit, vielleicht ein Ehemann, Kinder und das Altwerden. Da sie diesem "Ende" entgehen möchte beschließt sie, sich umzubringen. Sie nimmt Tabletten in Verbindung mit Alkohol und wartet auf ihren Tod. Jedoch wird sie rechtzeitig gefunden und von ihren liebenden Eltern in die psychiatrische Klinik Villete eingewiesen. Der behandelnde Arzt erklärt ihr, dass ihr Selbstmordversuch bleibende Schäden an ihrem Herzen hinterlassen hat und sie nur noch einige Wochen zu leben hätte. Ihr Leben - oder besser ihren Tod - nicht mehr in der eigenen Hand zu haben, findet sie furchtbar.
Nach und nach beginnt sie jedoch, ihr Leben wieder zu mögen. Sogar sich selbst zu finden; so zu sein, wie sie wirklich ist. Sie beginnt, wieder Klavier zu spielen. Sie war bereits als Kind sehr gut darin, ihre Eltern brachten sie aber dazu, einen "richtigen" Beruf zu erlernen. Doch dies alles ist überschattet von ihrem baldigen Tod.

Besonderheiten des Buches:
Die Neurosen und psychischen Erkrankungen aller Patienten in Villete sind aus eigener Sicht beschrieben. Die Charaktere sind sich bewusst, "verrückt" zu sein. Das fand ich sehr interessant. Als Beispiel kann ich Mari nennen, die ihre Panikattacken so beschreibt, dass man diese als Leser gut nachvollziehen kann. Oder Zedka, die unter Depressionen litt und nun eigentlich als geheilt gilt. Alle Charaktere werden nacheinander eingehend beschrieben, was ich wirklich gut fand.



Gut war auch die nachdenkliche Stimmung, in die mich das Buch versetzte. Es wurde sich viel damit auseinandergesetzt, was es bedeutet, verrückt zu sein. Auch die Patienten denken hierüber nach. Viele befinden sich trotz Heilung noch in Villete, um ihre Verrücktheiten ausleben zu können. Die Erläuterungen leuchten total ein - obwohl sie ein wenig wunderlich scheinen.

Besonderheiten des Films:
Am Besten fand ich die Musik. Das Klavierspiel von Veronika war einfach wunderschön und kann beim Lesen natürlich nicht übermittelt werden. Sie spielte ein Stück, das wohl direkt für den Film komponiert wurde. Irgendwie traurig, aber auch lebensbejahend. Ich fand es jedenfalls großartig. Ob man das Lied ohne Zusammenhang mit der Story mag, kann ich nicht sagen. Hier könnt ihr mal reinhören.

Ich fand Sarah Michelle Gellar richtig gut in der Rolle. Auch im Film kam gut rüber, dass sie keine Lebensfreude mehr hat. Auch der Darsteller von Eduard/Edward war gut gewählt. Eduard ist ein schizophrener Patient, zu dem kaum jemand einen Zugang findet.
 
Unterschiede:
Das Buch spielt in Slowenien nach dem Krieg. Die Hauptprotagonistin Veronika ist eine brünette Slowenin. Sie ist nicht depressiv, hat einfach ihren Lebenswillen verloren. Im Buch trifft sie ihre Eltern nicht, sie möchte sie nicht sehen. Es geht mehr um die Wirkung, die Veronikas Schicksal auf die anderen Bewohner von Villete hat.

Der Film spielt in New York City und Veronika wird durch die blonde Sarah Michelle Gellar dargestellt. Sie ist depressiv und nimmt Medikamente hiergegen. Die Namen sind eingeenglischt (kann man das so schreiben?). Eduard wird zu Edward usw. Ein Treffen mit beiden Eltern fand statt - einen Einfluss auf Veronika nahm dies jedoch nicht. Das Augemerk ist wesentlich mehr auf Veronika selbst gerichtet anstatt auf die anderen Patienten.

Achtung Spoiler (zum Lesen markieren):
Das Ende spielt an verschiedenen Orten. Im Buch sitzen Eduard und Veronika vor dem Schloss von Ljubljana auf einer Parkbank. Im Film sitzen sie am Meer.

Fazit:
Ich fand das Buch nicht unbedingt viel besser als den Film. Es war einfach großartig geschrieben. Der Film war aber auch richtig gut. Er erzählt eigentlich dieselbe Geschichte - ist aber doch ganz anders. Man kann beides meines Erachtens unabhängig voneinander lesen/sehen. Je nachdem, welches der Medien einem mehr zusagt. Von der Stimmung passen definitiv beide.