Vier Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, haben am Silvesterabend alle dasselbe Ziel: Sich in den Tod zu stürzen. Und das auch noch von demselben Gebäude... Alle vier haben - wie sie glauben - einen sehr guten Grund, sich das Leben zu nehmen. Doch die Anwesenheit der anderen stört sie in ihrem Tun. Gemeinsam beschließen sie, es erst einmal zu lassen und stattdessen den "Grund" der achtzehnjährigen Jess aufzusuchen, ihren Exfreund.
Cover:
Sehr schlicht - und doch hat es mich angezogen. Die Leiter hat übrigens tatsächlich einen Sinn: Das Gebäude, von welchem sich die vier schmeißen wollen, ist gesichert (kam schon öfter vor dort...). Martin brachte daher eine Leiter mit, um über die Absperrung zu kommen.
Erster Satz:
"Martin: Ob ich es erklären kann, warum ich von einem Hochhaus springen wollte?"
Stil:
Das war mein erstes Buch von Nick Hornby und ich finde seinen Schreibstil einfach toll! So ironisch, witzig und klug. Einfach großartig.
Erzählt wird aus Sicht der vier Protagonisten Martin (ein intelligenter Fernsehmoderator), Maureen (eine Mittfünfzigerin, die ein wenig prüde und unglaublich liebenswürdig ist), Jess (ein verzogenes Mädchen, das spricht, als käme es direkt aus der Gosse) und JJ (ein Amerikaner, der in England Pizzen ausfährt?!) - immer im Wechsel. Hierbei änderte der Autor auch seine jeweilige Schreibweise. So wird man bei den Episoden von Jess niemals wörtliche Rede finden (diese Anführungsstriche fand sie ja schon immer ziemlich blöde...) und Maureen würde niemals ein Schimpfwort in den Mund nehmen. Die Vier erzählen die Geschichte aus ihrer eigenen Sicht. So erfährt man manche Dinge zwar doppelt, aber durch die unterschiedlichen Sichtweisen bleibt es dennoch sehr interessant. Sympathisch waren mir alle vier, obwohl Jess wirklich sehr nervig ist. Das ist eben ihre Art!
Die Geschichte lebt von ihren Charakteren. Und diese sind einfach gut herausgearbeitet. Jeder hat seine eigene Geschichte. Man könnte es jetzt pietätlos finden, über Selbstmord einen Unterhaltungsroman zu schreiben. Aber der Autor schafft es, den Leser mit einem positiven Gefühl zurück zu lassen. Und das obwohl die Protagonisten ihr "Ziel", also den eigenen Tod, sehr lange nicht aufgeben. Aber ich will mal nicht zu viel verraten :)
Fazit:
Ein wirklich großartiges Buch, das ich jedem ans Herz legen kann. Klar, werden negative Gedanken (Todeswünsche) bearbeitet - aber es ist dennoch so schön geschrieben, dass ich manchmal mit einer Träne im Auge loslachen musste. Ich liebe solche Bücher!
Diese Menschen bemitleiden sich selbst, genauso ist es. Aber sie machen es einem einfach, sie irgendwie trotzdem zu mögen.
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