Irgendwie habe ich es schon wieder nicht so richtig hinbekommen, meine Lesemonats-Posts zu schreiben. Aber jetzt ist es endlich soweit:
Im Mai 2026 habe ich diese Bücher gelesen:
"Die Chroniken des Zeitlosen I" von Christian Reisböck = 359 Seiten (*****)
"Die Chroniken des Zeitlosen II" von Christian Reisböck = 377 Seiten (****)
2 Bücher = 736 Seiten
Im Juni 2026 habe ich diese Bücher beendet:
"Versuche, dein Leben zu machen" von Margot Friedländer = 274 Seiten (*****)
"Die App" von Arno Strobel = 368 Seiten (*****)
Mich hat "Die Chroniken des Zeitlosen" tatsächlich sehr überrascht! Im positiven Sinne. Es gibt mehrere Storylines. Zum einen ist da Edward. Geboren als Earl im viktorianischen England. Der kleine Junge war nie krank und selbst eine eigentlich ernsthafte Verletzung heilte schnell. Irgendwas ist anders. Das merkt Edward spätestens Anfang 20, als er immer noch wie ein Teenager aussah. Das was sich so viele Menschen wünschen - ewige Jugend. Nicht ganz ewig, aber eine sehr langsame Alterung. Doch das ist auch gefährlich...
Der andere Teil der Geschichte dreht sich um die 18-jährige Victoria, die endlich richtig leben will und in den 70er Jahren nach San Francisco reist. Die Hippie-Szene ist dort im Aufblühen und sie landet auch in einer Kommune. Doch irgendwie hat sie sich das alles ein bisschen schöner vorgestellt...
Ich fand den Erzählstil wirklich großartig! Beide Protagonisten, die später aufeinandertreffen sollen, waren wahnsinnig sympathisch und die Handlung sehr fesselnd erzählt. Ich wollte immer wissen, was als nächstes passiert - bzw. in Edwards Fall: bereits passiert war. Absolute Empfehlung.
Der zweite Band schließt eigentlich direkt an. Leider fand ich den weniger gelungen, obwohl einige lose Enden aufgegriffen und abgeschlossen wurden. Und ich am Ende ein paar Tränchen verdrücken musste.
Nachdem ich kürzlich in Erfurt den Gedenkort "Topf und Söhne" in Erfurt und das KZ Buchenwald besucht hatte, musste ich einfach zu dem Buch von Margot Friedländer greifen, was schon viel zu lange auf meinem Kindle gewartet hat.
Die zwischenzeitlich verstorbene Holocaust/Shoah-Überlebende hat ihre Lebensgeschichte zu Papier gebracht. Unglaublich bildgewaltig und eindrucksvoll schildert sie ihre Kindheit und auch die spätere Verfolgung der Juden in Deutschland. Die unzähligen Versuche, sich zu retten. Ihre Verluste. Ihre Angst. Aber auch Helfer im Untergrund. Und am Ende doch die Entdeckung und der Aufenthalt im KZ Theresienstadt. Ihr Überleben eigentlich nur Glück.
Dieses Buch empfehle ich wirklich jedem.
"Die App" von Arno Strobel war RICHTIG spannend! Während der Chirurg Hendrik in der Nacht zum Dienst gerufen wird, scheint seine Verlobte Linda sich einfach in Luft aufgelöst zu haben. Er ist sich sicher, dass sie nicht aus freien Stücken mitten in der Nacht verschwunden ist. Doch nichts deutet auf eine Entführung hin. Die Polizei will nicht einmal eine Vermisstenmeldung aufnehmen. Schließlich ist Linda volljährig und darf sich aufhalten, wo sie möchte. Offenbar fehlt sogar ein Koffer und Kleidung. Hat sie ihn etwa doch verlassen?
Auf einen Facebook-Aufruf meldet sich u.a. eine Frau, deren Mann ebenfalls auf mysteriöse Weise verschwunden ist, bei ihm. Und eine ehemalige Praktikantin bei der Polizei steht bei ihm vor der Tür - ein Zusammenhang zwischen den beiden Vermisstenfällen könnte das Smart-Home-System sein, das beide Familien in ihrem Haus verbaut haben. Henrik ist auf der Suche nach Antworten.
Wie gesagt - mega spannend. Super undurchsichtig. Viiiiiele Wendungen und die Auflösung wirklich gut gemacht. Kann den Roman ebenfalls empfehlen.

