Zunächst möchte ich mich beim
für das kostenlose Leseexemplar bedanken!
Lena liebt ihren Job! Sie verwaltet wunderbare Literatur und Briefe für ihren Arbeitgeber, einen älteren Sammler. So langsam neigt sich dessen Leben dem Ende zu. Die geliebte Ehefrau hatte er vor langer Zeit verloren und keine Nachkommen. Also organisiert Lena für ihn eine Gala zur Auflösung / Veräußerung der Sammlung.
Auch privat ist Lena glücklich. Alleinstehend und kinderlos wie sie ist, können das nur wenige verstehen - doch sie liebt ihr Leben und ihre Stadt Hamburg. Bis sie zufällig auf einer Hochzeit dem jüngeren Jonas begegnet und lange vergessene Gefühle sich äußern.
Erste Sätze:
"Zwischen den Prospekten und der REchnung der Telekom leuchtete ein zartrosa Briefumschlag mit einem geprägten Herz auf der Vorderseite. Lena wog ihn in der Hand. Es war elegantes, dickes Papier mit Struktur. Bestimmt nicht billig, dachte sie. Mit Papierqualitäten kannte sie sich aus."
Cover/Aufmachung:
Da die Handlung in Hamburg spielt und diese Stadt auch so oft Erwähnung findet, hätte ich ein entsprechendes Coverbild passender gefunden. Es ist nicht schlecht, passt nur irgendwie nicht so gut.
Meine Meinung:
Am meisten gefallen hat mir an diesem Roman, dass er so bodenständig und realitätisnah war. Die Handlung könnte genau so in Hamburg stattgefunden haben. Ich lese ja sonst eher Thriller, wo man eigentlich wünscht, das wäre nicht real. Oder auch Dystopien / Endzeitgeschichten, auch da ist es doch eher gut, dass es sich um reine Fiktion handelt... Daher war dieser Roman mal eine ganz gute Abwechslung in meinen Lesealltag.
Den Schreibstil der Autorin empfand ich als wunderbar leicht. Man erfährt viel über das Leben
der Hauptprotagonistin. Sie ist Anfang 40, Single, kinderlos und hat
einen Job, der mir persönlich wirklich zu langweilig wäre, sie selbst aber ganz großartig findet. Besonders gefallen hat mir, dass sie so zufrieden mit ihrem Leben war. Tatsächlich habe ich noch nie ein Buch gelesen, wo die Protagonistin ganz froh war, keine Mutter zu sein. Ich selbst (single und kinderlos) finde das auch überhaupt nicht schlimm, aber unsere Gesellschaft setzt irgendwie immer voraus, dass Frauen Ehefrauen und Mütter sein WOLLEN. Ob das nun den Tatsachen entspricht, oder nicht. Mit dieser "Norm" hat Frau Schlie gebrochen, was mir überaus gut gefallen hat.
