Sonntag, 8. Januar 2017

[Rezension] "Die Zahlen der Toten" von Linda Castillo

Inhalt:
Auf einem schneebedeckten Feld nah der Kleinstadt Painters Mill, Ohio, wird eine weibliche Leiche gefunden. Ihr wurde die Kehle durchgeschnitten, nachdem sie brutal gefoltert wurde. 
Die neue Polizeichefin Kate Burkholder erkennt die Ähnlichkeit zu einer Mordserie von vor rd. 16 Jahren - doch kann der "Schlächter" zurück sein? Eigentlich ist sie sich sehr sicher, dass dies nicht sein kann... Doch ihr Interessenskonflikt könnte die Aufklärung des Falles behindern.  
Erste Sätze:
"Mit sechs hatte sie aufgehört, an Monster zu glauben, und ihre Mutter musste abends nicht mehr unterm Bett und Schrank nachsehen. Jetzt, mit 21 lag sie nackt, gefesselt und grausam gequält auf einem eiskalten Betonboden und wurde eines besseren belehrt."

Cover/Aufmachung:
Hätte mich so ehrlich gesagt nicht angesprochen, ist aber nicht schlecht. Zumindst passt es zum Inhalt des Buches - sogar der Titel.

Meine Meinung:
Bereits auf den ersten paar Seiten lernt der Leser die Ich-Erzählerin Kate kennen. Sie selbst kennt die Gewohnheiten der Amischen in der Gegend gut - schließlich gehörte sie selbst einmal dazu... Doch seitdem sie sich gegen die Gemeinde entschieden hatte, brach sie selbst nach und nach den Kontakt zu ihrer Familie hat. Womit dies genau zusammen hing, wird erst später aufgeklärt.
 "Sein Mund, der mich früher herzlich angelächelt hat, ist jetzt ein schmaler, stets Missbilligung ausdrückender Strich." -S. 73
Sie hatte bereits Erfahrung als Straßenpolizistin und war 2 Jahre Detective, bevor ihr der Job als Chief in ihrer Heimatstadt angeboten wurde. Natürlich rein politisch motiviert, sie ist immer noch eine Frau und dazu noch recht jung. Sie konnte gut zwischen den "englischen" und amischen Bewohnern vermitteln. Ich mochte sie auf Anhieb. Sie ist auf jeden Fall sehr kompetent, hat einen guten Spührsinn - doch auch ein dunkles Geheimnis, welches nun aufzufliegen droht

Relativ spät erst taucht der zweite Hauptprotagonist auf. Agent John Tomasetti ist ein absolutes Wrack - und das weiß er selbst auch. Zu viel Alkohol, zu viele Tabletten, aber ein verdammt guter Grund dafür... Doch aufgeben, in Rente gehen, das will er nun auch wieder nicht. Der Job ist alles was er noch hat - und den beherrscht er!
"Er [John] hasste sich dafür, was aus ihm geworden war - die kranke Parodie des Mannes, den er einmal dargestellt hatte. Ein verdammter Junkie. Er war alles, was er verachtete: schwach, abhängig, pathetisch."
Den Schreibstil der Autorin mochte ich sehr! Sie hat es geschafft, mich von der ersten Seite an zu fesseln. Die athmosphärische Stimmung im winterlichen Ohio tat sein Übriges. Auch wie sie die Charaktere beschrieb, gefiel mir. Außerdem wird der Roman nicht ausschließlich aus der Ich-Perspektive erzählt. Ich hasse es gerade bei Thrillern oder Krimis, nicht durch eine einseitig Erzählweise nicht alles zu wissen. 

Allerdings hatte ich die Lösung schon vor dem Ende - nichts desto trotz nahm mir dies nicht die Spannung. Daher konnte ich hierfür keinen Punktabzug geben. 

Fazit:
Mir hat der Thriller richtig gut gefallen. Die ehemals amische Polizeichefin war auf jeden Fall mal etwas ganz besonderes und sehr sympathisch. Außerdem fand ich es wirklich sehr spannend bis zum Schluss. 



Infos zum Buch:

Verlag: S. FISCHER Verlag GmbH
Genre: Thriller
Original-Titel: "Sworn to Silence"
Taschenbuch: 429 Seiten  
Preis: 8,95 € 
Erschienen: September 2010

Zum Verlag: Fischer Verlag

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